Villa Pauly: Vom Gestapositz zum Dokumentationszentrum

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Vor 60 Jahren streikte Luxemburg gegen die nationalsozialistischen Besatzer. Die Erinnerung an den Widerstand zu wahren, ist eine Pflicht, die auch den Staat betrifft. Ein neu geschaffenes Dokumentations- und Forschungszentrum soll dabei in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
1942 – ein tragisches und zugleich heroisches Jahr in unserer nationalen Geschichte. Am 31. August führte Gauleiter Gustav Simon, von Hitler ernannter „Chef der Zivilverwaltung im Lande Luxemburg“, die allgemeine Wehrpflicht im besetzten Großherzogtum ein. Es geschah, womit die braunen Machthaber nicht gerechnet hatten: Im ganzen Land kam es zu Streik- und anderen Protestaktionen, an denen Lehrer, Arbeiter, Beamte, Angestellte und Schüler beteiligt waren.
Die brutale Repression ließ nicht lange auf sich warten. 20 mutige Luxemburger wurden von einem Sondergericht zum Tod durch Erschießen verurteilt, ein weiteres Todesurteil wurde kurze Zeit später gesprochen. Die Opfer kamen aus allen Bevölkerungsschichten: acht Arbeiter, vier Lehrer, zwei Eisenbahner, zwei Staatsbeamte, zwei Gemeindebeamte, zwei Handwerker und ein Professor. Mehrere hundert weitere Luxemburger wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt oder in Konzentrationslager eingeliefert.
Am 18. Oktober 1942 verließ der erste Zug mit luxemburgischen Wehrmachtsrekruten den Bahnhof Hollerich. Rund zehntausend weitere „Jongen“ sollten bis August 1944 folgen. 3150 dieser Zwangsrekrutierten fielen an der Front oder wurden als vermisst erklärt.
Der Hollericher Bahnhof wurde ab der zweiten Septemberhälfte 1942 auch für über 4000 Männer, Frauen und Kinder zum Ausgangspunkt einer Fahrt ins Ungewisse. Als Folge des Streiks hatte Gauleiter Simon beschlossen, Luxemburger Familien, die für ihre deutschfeindliche Haltung bekannt waren, an die Ostgrenzen des Deutschen Reich „umzusiedeln“.

Vom Gestapositz zum Dokumentationszentrum
60 Jahren liegen diese Ereignisse jetzt zurück. Die Zahl derer, die vom erlittenen Leid und Unrecht zeugen können, wird ständig kleiner. Auch die Resistenz- und Kriegsopfervereinigungen, die seit Jahrzehnten die Erinnerung an diese schreckliche Zeit wachhalten, haben unter dem altersbedingten Abgang zu leiden. Die nachfolgenden Generationen aber kennen die Ereignisse der Kriegsjahre – wenn überhaupt – nur vom Hörensagen oder aus Geschichtsbüchern. Gerade in unserer ganz auf das Hier und jetzt fixierten Gesellschaft ist die Gefahr des Gedächtnisverlustes akut.
Es gilt also, neue Wege zu finden, um die Flamme der Erinnerung am Brennen zu halten. Ein Schritt in diese Richtung ist die Schaffung des „Centre de documentation et de recherche sur la Résistance“, für das ein Ort ausgesucht wurde, der symbolträchtiger nicht sein könnte: die Villa Pauly. In dem repräsentativen Stadthaus am Boulevard de la Pétrusse (in dem während Jahren das Gesundheits- und das Arbeitsministerium untergebracht waren) hatte in der deutschen Besatzungszeit nämlich die berüchtigte Gestapo ihren Sitz. Für viele Resistenzler, die hier von Gestapoleuten verhört, misshandelt und eingesperrt wurden, begann in der Villa Pauly ein Leidensweg, der ins Gefängnis oder Konzentrationslager führte, und von dem viele nicht zurückkehrten.
Am 23. Oktober 2001 wurde das Dokumentations- und Forschungszentrum in Anwesenheit von Großherzog Henri, Großherzogin Maria Teresa und Premierminister Jean-Claude Juncker feierlich eingeweiht. Es funktioniert seither auf provisorischer Basis unter Leitung des Historikers Paul Dostert (links auf dem Foto) , der sich durch seine Forschungsarbeiten über Luxemburg im Zweiten Weltkrieg einen Namen machte. Erst vor kurzem allerdings, Anfang September 2002, erreichte das entsprechende Gesetzesprojekt, das die Nummer 5021 erhielt, die Abgeordnetenkammer.

Das kollektive Gedächtnis erhalten
Aufgabe des „Centre de documentation et de recherche sur la Résistance“ soll die Erfassung, Sammlung, Archivierung und wissenschaftliche Auswertung von Dokumenten über den Widerstand des luxemburgischen Volkes gegen die deutschen Besatzer sein. Darüber hinaus soll das dem Staatsministerium unterstehende Kulturinstitut aktiv zum Erhalt des kollektiven Gedächtnisses beitragen.
Den Grundstock der Sammlung des Dokumentationszentrums bildet das Archiv des „Conseil National de la Résistance“ (CNR), der durch dasselbe Gesetzesprojekt abgeschafft und durch ein „Comité directeur pour le Souvenir de la Résistance“ (CDSR) ersetzt wird. Ausgangspunkt war auch hier das Bestreben, dem unaufhaltbaren Generationenwechsel Rechnung zu tragen.
Wie das neu zu schaffende „Comité“ war auch der CNR das Resultat einer historischen Entwicklung. 1946 war per Ministerialerlass ein „Conseil de l’Ordre de la Résistance“ ins Leben gerufen worden. Dessen einzige Mission bestand in der Erstellung eines konsultativen Gutachtens vor der Verleihung des „Ordre de la Résistance“ an Personen, die sich um den Widerstand verdient gemacht hatten. 1967 erwirkten die Vertreter der Widerstandsbewegungen, die um Abgrenzung zu den damals sehr aktiven Zwangsrekrutierten-Organisationen und deren Forderungen bemüht waren, die Einführung eines offiziellen Resistenzlerstatuts. Das Gesetz vom 25. Februar 1967 über „diverses mesures en faveur de personnes devenues victimes d’actes illégaux de l’occupant“ schuf darüber hinaus den „Conseil National de la Résistance“ als offizielle Vertretung der Widerstandsorganisationen und Ansprechpartner der Regierung.

Die Zeit nach den Augenzeugen
Schon in den 90er-Jahren machten sich die Mitglieder des CNR Gedanken über ihre Nachfolge. Ein erster Schritt zur Vorbereitung der Zeit, wenn keine Augenzeugen mehr am Leben sein würden, war die Gründung einer Stiftung unter dem Vorsitz des Premierministers. Die „Fondation Nationale de la Résistance“ (FONARES) machte sich zur Aufgabe, Forschungsarbeiten und andere Initiativen zu fördern, die den luxemburgischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg zum Thema hatten. Finanzielle Unterstützung vonseiten der Stiftung gab es unter anderem für Schulklassen, die im Rahmen des Geschichtsunterrichts mit ihren Lehrern Erinnerungsstätten in Konzentrationslagern besuchten, aber auch für audiovisuelle Projekte (darunter den zurzeit geplanten Dokumentarfilm „Heim ins Reich“) und akademische Abschlussarbeiten.
Den CNR ganz aufzulösen, hielt man nicht für opportun, auch wenn verschiedene seiner Zuständigkeiten nicht mehr zeitgemäß erschienen. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkriegs war es kaum noch angebracht, weiterhin den Ehrentitel des „Résistant“ zu verleihen, so wie er durch das Gesetz vom 25. Februar 1967 geschaffen worden war. Das Gleiche galt für die Verleihung der „Médaille de la Résistance“. Beide werden durch das Gesetzesprojekt 5021 abgeschafft. Bestehen bleibt lediglich die dritte Stufe der Auszeichnung, die „Croix de la Résistance“, die ausschließlich posthum verliehen wird (nur Großherzogin Charlotte, Prinz Félix und Großherzog Jean haben sie zu Lebzeiten erhalten). Der Verleihung erfolgt auf der Grundlage eines Gutachtens des CDSR. Der Kreis der in Frage kommenden Personen beschränkt sich auf jene Widerständler, über die bereits eine Akte vorliegt.
Diese Personalakten bilden das Rückgrat des CNR-Archivs, das nun vom „Centre de documentation et de recherche sur la Résistance“ übernommen wird. Dazu gehören Fragebögen, Zeugenaussagen und andere schriftliche Beweisstücke, mit denen die Beteiligung der betreffenden Personen an der Widerstandsbewegung nachvollzogen werden kann. Eine heterogene Dokumentation, die es erst zu inventarisieren und wissenschaftlich zu erschließen gilt. Eine Erweiterung der Bestände wird nicht ausgeschlossen, sie dürfte sich aber allein schon aus praktischen Gründen als sehr schwierig gestalten. Für die offiziellen Schriftstücke, auch aus der deutschen Besatzungszeit, ist im Prinzip das Nationalarchiv zuständig, und an Privatsammlungen ist oft nur schwer heranzukommen.

Archiv und Forschungsstätte
„Das Problem ist“, so Dostert, „dass die Gründung dieses Dokumentationszentrums eigentlich 30 bis 40 Jahre zu spät erfolgt.“ Die iederländische Exilregierung zum Beispiel habe sogar bereits während des Krieges an ihre Landsleute appelliert, Tagebuch über die Ereignisse zu führen und nach der Befreiung abzuliefern. Auf dieser Basis sei das „Nederlands Institut voor Oorlogsdokumentatie“ entstanden, heute eines der renommiertesten Forschungszentren für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs.
Obwohl wahrscheinlich bereits viele Unterlagen zerstört worden seien, kann Paul Dostert sich vorstellen, dass allein das Wissen um die Existenz einer solchen Sammelstelle einen Anreiz für Privatleute und Organisationen darstellt, dem Staat ihre eigenen Unterlagen oder Sammlungen zu überlassen. So manches, mutmaßt der Historiker, schlummere wohl auch noch in Gemeindearchiven.
Das Archiv in der Villa Pauly ist öffentlich zugänglich, zu den gleichen Bedingungen (Großherzogliches Reglement vom 15. Januar 2001), die die Nutzung der Bestände des Nationalarchivs regeln. Ergänzt wird es durch eine Präsenzbibliothek zum Thema Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, die eine fast vollständige Sammlung der in Luxemburg veröffentlichten Bücher – vorwiegend autobiographische Berichte von Beteiligten – enthält.
Angesprochen sind vor allem Studenten und Wissenschaftler, deren Forschungsarbeiten das „Centre de documentation et de recherche“ unterstützen will. In Eigeninitiative oder in Zusammenarbeit mit anderen Kulturinstituten, wie der Nationalbibliothek, dem Nationalarchiv oder dem Centre National de l’Audiovisuel sollen Ausstellungen, Vorträge und wissenschaftliche Kolloquien organisiert werden.

Beschränkte personelle Mittel
Dabei ist man sich in der Villa Pauly sehr wohl bewusst, dass die eigenen finanziellen und personellen Mittel zumindest in der ersten Zeit kaum für größere Projekte ausreichen dürften. Der vom Unterrichtsministerium abgeordnete Geschichtslehrer Paul Dostert ist zurzeit nicht nur Leiter des Dokumentationszentrums, sondern auch sein einziger Untergebener. In dem doch recht großen Gebäude arbeiten außer ihm nur noch eine Sekretärin (die formal dem CNR untersteht) und ein Angestellter, der Dostert in seiner Eigenschaft als Leiter einer Kommission assistiert, die sich mit der Enteignung jüdischen Vermögens unter der nationalsozialistischen Besatzung in Luxemburg befasst – auch dies ein Teil Vergangenheitsbewältigung. Beraten wird der Direktor des Dokumentationszentrums von einer „Commission de surveillance“, die sich aus Vertretern der Widerstandsbewegung sowie in- und ausländischen Historikern zusammensetzen soll.
Bevor weiteres Personal – zum Beispiel ein Bibliothekar oder Archivar – über den Weg der Abordnung durch andere Verwaltungen rekrutiert werden kann, muss allerdings erst das Gesetz verabschiedet werden, das dem „Centre de documentation et de recherche“ eine legale Basis gibt. Zu regeln bleibt auch eine weitere Frage: Soll das Dokumentationszentrum in der Villa Pauly sich nur mit der „Résistance“ befassen oder sich ganz allgemein der Geschichte Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg widmen? Überschneidungen sind ohnehin vorprogrammiert: Die Widerstandsbewegung kann nur in Zusammenhang mit der deutschen Besatzungspolitik erforscht werden, und sie erscheint erst dann im richtigen Licht, wenn man auch die verschiedenen Ausprägungen der Kollaboration zur Kenntnis nimmt. Nicht zuletzt ist sie eng verknüpft mit dem Schicksal der „Jongen“ – der Zwangsrekrutierten und der Refraktäre, die von mutigen Landsleuten versteckt oder über die Grenze geschleust wurden. Ohne jene Luxemburger zu vergessen, die unter großer Gefahr ins Ausland flüchteten und in den Rängen der französischen Résistance oder der alliierten Armeen gegen das nationalsozialistische Deutschland kämpften.

Staatliche Unterstützung für Museen
Etwas soll die Villa Pauly jedenfalls nicht sein: ein weiteres Museum. „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu Einrichtungen wie dem ‚Musée national de la Résistance’ in Esch/Alzette oder dem ‚Mémorial de la Déportation’ in Hollerich treten“, betont Paul Dostert, „allein schon, weil wir für größere Ausstellungen nicht über die geeigneten Räume verfügen.“
Das Escher Resistenzmuseum wird in der Regierungserklärung vom 12. August 1999 in einem Satz mit dem zu schaffenden „Centre de documentation sur la 2e guerre mondiale“ (sic!) erwähnt. „Le Gouvernement hâtera les travaux de réaménagement du ‚Musée national de la Résistance“, heißt es dort kurz und bündig. Inzwischen hat die Regierung beschlossen, das 1956 eingeweihte Gebäude von der Stadt Esch zu erwerben.
Auch für das 1996 im alten Hollericher Bahnhof eröffnete und von einer Stiftung geführte „Mémorial de la Déportation“ leistete der Staat finanzielle Hilfe, unter anderem, indem er die Kosten für die Instandsetzung des Gebäudes übernahm. Der Ort ist symbolträchtig: Von Hollerich fuhren nicht nur die Züge ab, die Tausende junger Zwangsrekrutierter in die Kasernen nach Deutschland brachten; der kleine Bahnhof war auch Sammelstelle für die zur „Umsiedlung“ in den Osten bestimmten luxemburgischen Familien. Ein weiterer Teil der Dauerausstellung ist dem Schicksal der Luxemburger Juden gewidmet, von denen viele ein Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik wurden.
Kriegsmuseum im eigentlichen Sinn sind weder die Escher noch die Hollericher Gedenkstätte. Dazu muss man schon in den Norden des Landes reisen – dort wo im Winter 1944/45 die Ardennenschlacht tobte. In Clerf gibt es ein Museum, das der „Battle of the Bulge“ gewidmet ist, in Wiltz ein weiteres, in Ettelbrück dazu noch ein Patton-Museum. Ambitionierter daher kommt das „Musée national d’histoire militaire“ in Diekirch, nicht nur, weil es die größte Zahl an Exponaten und die größte Ausstellungsfläche bietet, sondern auch, weil es sich nicht ausschließlich auf die Ardennenschlacht beschränkt, obschon dieser der meiste Platz gewidmet ist.
Der Zusatz „National“ kann über eines nicht hinwegtäuschen: Auch das Diekircher Museum ist das Werk begeisterter Freiwilliger, die unzählige Freizeitstunden in das Projekt investiert haben. Dass das gut bestückte und gut besuchte Museum wie ein Provisorium wirkt, mag an den Räumlichkeiten (der alten Diekircher Brauerei) liegen, die nicht gerade einladend wirken, wenn man sie mit ähnlichen Einrichtungen im Ausland vergleicht.
An einer Zusammenlegung, mindestens aber an einer engen Zusammenarbeit der verschiedenen Museen wird in Zukunft wahrscheinlich kein Weg vorbeiführen, wenn sie halbwegs professionell arbeiten sollen. Dies gilt nicht nur für die bislang privat geführten Ardennenschlacht-Museen. Auch die Vorteile einer übergreifenden Struktur für das Dokumentationszentrum in der Villa Pauly, das Escher Resistenzmuseum und das „Mémorial de la Déportation“ in Luxemburg-Hollerich sind nicht von der Hand zu weisen. Und sei es bloß, dass man einen gemeinsamen Internet-Auftritt gestaltet: Wer sich im Netz über Themen wie Widerstand und Zwangsrekrutierung in Luxemburg informieren will, wird heute kaum fündig. Auf dem Weg dorthin müssten nicht nur immer noch bestehende Antipathien (z.B. zwischen den Vertretern der Resistenzbewegung und den Zwangsrekrutiertenvereinigungen) überwunden werden, sondern auch administrative Hürden. Während Museen und Forschungszentren nämlich dem Kultur- bzw. Forschungsministerium unterstehen, ist das neue Dokumentations- und Forschungszentrum in der Villa Pauly im Ressort des Staatsministers angesiedelt.

Neue Wege der Geschichtsvermittlung
Lange Zeit beschränkte sich die offizielle Erinnerungsarbeit auf das Errichten von Denkmälern und das Abhalten von Gedenkfeiern. Doch die Symbolik der Fahnen, Medaillen und „sonneries aux morts“ spricht die Generation der Kinder und erst recht der Enkel nicht mehr an. Paul Dostert liefert dazu ein frappierendes Beispiel: „Wenn man sich Fotos von der Einweihung des Nationalen Solidaritätsmonuments am ‚Kanounenhiwwel’ im Jahre 1971 anschaut, sieht man eine dichte Menschenmasse. Heute ist es nur noch ein Häuflein vorwiegend älterer Menschen, die dem Appell zur Teilnahme an den jährlichen Gedenktagen Folge leisten.“
Um dem schleichenden Gedächtnisverlust einer ganzen Gesellschaft entgegenzuwirken, sind neue Formen der Geschichtsaufbereitung gefragt. Angefangen in der Schule, die diesem Thema vielleicht nicht die nötige Aufmerksamkeit widmet: Wie sonst ließe sich erklären, dass viele Schüler mit Daten und Ereignissen, die die luxemburgische Geschichte des 20. Jahrhunderts betreffen, oft kaum etwas anzufangen wissen? Auch manche Väter und Mütter erinnern sich zwar daran, im Geschichtsunterricht alle möglichen Fakten über Römer und Germanen gepaukt zu haben, geben aber vor, bis zum Sekundarabschlussexamen herzlich wenig über nationalsozialistische Besatzungspolitik, Zwangsrekrutierung, Deportation, Repression und Widerstand erfahren zu haben.
Die lobenswerten Initiativen kommen nicht selten von einzelnen Lehrern und Schulklassen. Zum Beispiel vom Technischen Lyzeum in Bonneweg (LTB): Hier stellten Jugendliche vor in den letzten vier Jahren unter der Leitung von Geschichtslehrer Steve Kayser eine umfangreiche Ausstellung über das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof zusammen, die mittlerweile überall im Land zu sehen war. Nach und nach dehnte sich das Projekt vom Geschichtsunterricht einer Schulklasse auf andere Klassen und Schulfächer aus. Für ihr interdisziplinäres Projekt „Contre l’oubli“ wurden die Schüler und Lehrer des LTB vor kurzem mit dem René-Oppenheimer-Preis 2002 belohnt.
Ein anderes Beispiel: Auf Betreiben des früheren Europaparlamentariers und heutigen Ministers Charles Goerens haben seit 1997 mehrere hundert Schüler und Schülerinnen verschiedener luxemburgischer Sekundarschulen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Polen besucht. Eine Reise, die für viele zum unauslöschlichen Erlebnis wurde.
Nicht die Beschäftigung mit der Vergangenheit um ihrer selbst steht bei Projekten wie diesen im Mittelpunkt. Wichtiger ist den Initiatoren vielmehr, Vergangenes auf Gegenwärtiges zu beziehen, um zu zeigen, zu welchen barbarischen Auswüchsen Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus führen können. Denn von der Vergangenheit führt der Weg der Geschichte direkt in die Zukunft.

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Luxemburg unter deutscher Besatzung 1940-45

Paul Dostert

Gedenkstättenrundbrief 116 S. 33-43

Die Bevölkerung eines kleinen Landes zwischen Kollaboration und Widerstand

Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in das neutrale und unbewaffnete Luxemburg am 10. Mai 1940 begann für die Bevölkerung Luxemburgs eine fast fünfjährige Leidensperiode wie sie in der hundertfünfzigjährigen Geschichte des Landes einmalig dasteht. Nie vorher waren die Luxemburger so unmittelbar mit der Frage nach der Unabhängigkeit Luxemburgs konfrontiert worden, wie dies nun durch Nazi-Deutschland erfolgte. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte waren Luxemburger bereit, für die Unabhängigkeit Luxemburgs und für die Freiheit ihr Leben zu riskieren. Die offizielle Liste derjenigen, denen die Ehrenbezeichnung »Morts pour la patrie«1 verliehen wurde, verzeichnet 4 400 Namen.

 

Die Militärverwaltung

In den frühen Morgenstunden des 10. Mai 1940, kaum hatten deutsche Truppen Stadt und Land besetzt, überreichte der deutsche Gesandte von Radowitz dem Generalsekretär der luxemburgischen Regierung ein Memorandum der Reichsregierung in dem es unter anderem hieß: »Deutschland [hat] nicht die Absicht, durch seine Maßnahmen die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit des Großherzogtums jetzt oder in Zukunft anzutasten.«2 Tags darauf wurde eine Militärverwaltung für Luxemburg eingerichtet. Auf luxemburgischer Seite stand als Ansprechpartner eine »Regierungskommission«3, die aus Regierungsräten unter dem Vorsitz des Generalsekretärs der Regierung, Albert Wehrer gebildet und von der Abgeordnetenkammer bestätigt worden war. Das Verhältnis zum Feldkommandanten war gut, zeigte sich Oberst Schumacher doch den vielfältigen Problemen des Landes aufgeschlossen und bereit, alles in seiner Macht stehende zu tun, um sie in gutem Einvernehmen mit der »Regierungskommission« zu lösen.

Die Großherzogin Charlotte war mit ihrer Familie und vier von fünf Ministern4 der Regierung ins französische Exil gegangen, um sich dem Zugriff der Besatzer zu entziehen. Diese Entscheidung erwies sich im Nachhinein als richtig und niemand stellte sie am Kriegsende in Frage, auch wenn sie im Mai 1940 auf einiges Unverständnis stieß. Dieses Unverständnis erklärt sich zum Teil aus der Enttäuschung der Bevölkerung, die sich nach der Kapitulation Frankreichs breit machte, war man doch überzeugt gewesen, dass die französische Armee der deutschen überlegen sei, zum Teil aus dem Umstand, dass der Gang ins Exil völlig überraschend gekommen war. In den Kreisen der Abgeordneten und führenden Beamten kam die Meinung auf, dass Luxemburg unter einer Militärverwaltung, wie schon im Ersten Weltkrieg, eine gewisse Selbständigkeit behalten könne und so schien man Ende Juli bereit, sich mit Deutschland zu arrangieren.5 Doch in Berlin waren die Weichen anders gestellt worden. Zum 31. Juli 1940 musste die Feldkommandantur Luxemburg verlassen. An ihre Stelle trat nun unter der Bezeichnung »Chef der Zivilverwaltung« der Gauleiter Gustav Simon aus dem Nachbargau Koblenz-Trier.

 

Der Chef der Zivilverwaltung6

Bereits am 21. Juli 1940 war Gustav Simon vom Oberbefehlshaber des Heeres zum Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg bestellt worden. Formal war er anfangs zwar dem Militärbefehlshaber in Belgien und Nordfrankreich unterstellt, doch wurde diese Unterstellung durch den geheimen Führererlass vom 2. August 1940 wieder aufgehoben. Dort hieß es: »Der Chef der Zivilverwaltung untersteht mir unmittelbar und erhält von mir allgemeine Weisungen und Richtlinien.« Damit war dem Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg, aber auch den CdZs im Elsass und in Lothringen eine größtmögliche Unabhängigkeit gegenüber den Reichsbehörden zugestanden worden. Luxemburg sollte in »kürzester Zeit dem deutschen Volkstum wieder zurückgewonnen werden«. Mit der Umsetzung dieses Zieles wurde ein Vertreter der Partei, Gauleiter Gustav Simon aus dem Nachbargau Koblenz-Trier7, beauftragt. Seine Politik durfte durch nichts und niemanden behindert oder gehemmt werden. Simon konnte sich bei Differenzen mit Reichsbehörden direkt an Hitler wenden und einen »Führerentscheid« zu seinen Gunsten herbeiführen. Er entschied selbstherrlich und handelte nach eigenem Gutdünken, selbst ohne Absprachen mit seinen Kollegen im Elsass und in Lothringen. »Die Verfassung bin ich, die Gesetze mache ich!« schleuderte er dem Präsidenten der Landesverwaltungskommission entgegen, als dieser gegen den Sprachenerlass vom 6. August 1940 protestierte.8 Der feierliche Einzug des Chefs der Zivilverwaltung in die Stadt Luxemburg erfolgte zusammen mit dem Einmarsch von 800 Polizisten, eine Art ziviler Wiederholung der militärischen Besetzung. Von nun an war klar, dass der polizeiliche Repressionsapparat eine immer größere Rolle spielen würde. Doch noch wagten die Luxemburger, offen ihren Missmut und ihre Unzufriedenheit, ja ihre Opposition gegen die ersten Maßnahmen des CdZ zu zeigen.

So trugen sie am 15. August 1940 massiv die Abzeichen mit dem roten Löwen, die sie im Jahr zuvor zur Jahrhundertfeier der Unabhängigkeit getragen hatten. Dieser »symbolische Widerstand«9 wurde aber schon als »deutschfeindliche«10 Provokation empfunden und endete für manchen in Polizeigewahrsam. Ein erstes hartes Eingreifen der Beamten des Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des SD11 erfolgte als in der Stadt Luxemburg das Denkmal für die luxemburgischen Freiwilligen des Ersten Weltkrieges, die »Gëlle Fra«12, abgerissen werden sollte und es darob zu Unmutskundgebungen der Passanten, in erster Linie der Studenten des in der Nähe gelegenen Gymnasiums, kam. Doch trotz dieser ersten Anzeichen von Widerstand ließ Gustav Simon sich nicht von seiner Überzeugung abbringen, dass die Luxemburger nur einer gezielten Erziehung und Aufklärung bedürften, um sich dann »ehrlich und loyal… freiwillig zu Deutschland [zu] bekennen und an der neuen Ordnung der Dinge mit[zu]arbeiten.«13 Das freiwillige Bekenntnis zu Deutschland und damit auch zum Nationalsozialismus leitete Simon davon ab, dass die Bevölkerung Luxemburgs »nach Blut und Abstammung deutsch« sei. Loyalität, nicht Neutralität forderte er daher von seinen neuen Untertanen.

 

»Entwelschung«, Germanisierung und Nazifizierung

»Der politische Führungsauftrag an den CdZ geht dahin, Luxemburg von einer französierten und liberalistisch-demokratischen Geisteshaltung zu volksdeutschem und sozialistischem Wesen hinzuführen, insbesondere die Quellen des Volksdeutschtums wieder zu Tage zu fördern.« So beschrieb 1942 der ständige Vertreter des CdZ, Regierungspräsident Siekmeier, Simons politischen Auftrag.

In der Praxis bedeutete dies für Luxemburg einerseits die Zerstörung seiner staatlichen Unabhängigkeit und die Eingliederung ins Deutsche Reich, andrerseits »Entwelschung« und Germanisierung sowie Nazifizierung aller Lebensbereiche. Schnell wurde der luxemburgischen Bevölkerung klar, dass es dabei um den Verlust von Unabhängigkeit und Freiheit ging und sie konnte und wollte sich damit nicht abfinden. Obschon Gauleiter Simon von sich behauptete, »mit den in Luxemburg bestehenden Problemen seit Jahren vertraut zu sein«14, nahm er die Existenz des Unabhängigkeitswillens der Luxemburger nicht zur Kenntnis. Für ihn war die Unabhängigkeit Luxemburgs nur ein »absurder Gedanke«, der bestand, weil die »Regentin und ihre Regierung« ihn gepflegt hatten. Wenn man also nun da die Großherzogin und die Regierung das Land verlassen hatten, die Luxemburger aufklärte, ihnen ihre Deutschstämmigkeit bewies, dann musste das geschichtliche Zufallsprodukt Großherzogtum Luxemburg wie von selbst verschwinden.

Simon kam nach Luxemburg mit der unerschütterlichen Überzeugung, dass das Deutschtum der Luxemburger nur unter einer dünnen äußeren Schicht französischen Firnisses verborgen sei und dass mit einer gezielten »Entwelschung« der deutsche Charakter Luxemburgs von selbst wieder hervorkommen würde. Gleich am 6. August 1940 erließ er daher eine Sprachenverordnung15, die das Deutsche als alleinige Sprache in der Öffentlichkeit erlaubte. Ortsnamen, Straßenbezeichnungen, Firmennamen und Geschäftsaufschriften mussten in kürzester Zeit verdeutscht werden. In einem zweiten Schritt ging er dazu über, jedem Luxemburger einen rein deutschen Vor- und Familiennamen aufzuzwingen16. Auch das Tragen einer Baskenmütze wurde per Verordnung verboten17. Schließlich wurden auch alle luxemburgischen Wörter, die französischen Ursprungs waren, die aber jeder tagtäglich gebrauchte, wie »merci«, »pardon«, »bonjour« per Verordnung untersagt18.

Als aber die Landesverwaltungskommission, die Gerichte und Beamte gegen die Sprachverordnung protestierten, wurde Simon klar, dass die Institutionen des luxemburgischen Staates ein erhebliches Hindernis für eine schnelle, reibungslose Eingliederung Luxemburgs ins Reich darstellten. Es konnte nicht genügen, lediglich als »Steuerungsbehörde« mit einigen reichsdeutschen Kommissaren die luxemburgische Verwaltung in die gewünschten Bahnen umzulenken.

Zwar versuchte Simon, die luxemburgischen Beamten zur Loyalität und »Treue gegenüber der deutschen Zivilverwaltung«19 zu verpflichten, doch gleichzeitig wurden alle Verwaltungszweige durch die Einsetzung von Referenten und Kommissaren aus dem Altreich unter seine direkte Kontrolle gebracht. Kein Luxemburger sollte in führender Position verbleiben können, wenn er sich nicht als Deutscher und Nationalsozialist bewährte. Der stufenweise Abbau der Landesverwaltungskommission und die Auflösung der als überflüssig erachteten luxemburgischen Ministerien waren begleitet von der Umgestaltung der beibehaltenen Verwaltungen nach reichsdeutschem Muster.

Für Simon war aber gleichfalls selbstverständlich, dass nun auch in Luxemburg »das Zeitalter der Demokratie sein Ende erreicht«20 habe. Per Verordnung wurden alle politischen Parteien aufgelöst und ihre Neugründung verboten. Eine Ausnahme galt für die »Volksdeutsche Bewegung« (VdB) und die NSDAP. Zwei Monate später wurden die Abgeordnetenkammer und der Staatsrat ebenfalls aufgelöst, da sie »noch immer als Überreste und Zeichen des alten Regimes den Eindruck erweckten, als bewahre Luxemburg seine Selbständigkeit.«21 Schließlich wurde auch in der Justiz das Deutsche als Gerichtssprache eingeführt und das Recht »im Namen des deutschen Volkes« gesprochen. Doch dies alles reichte dem Gauleiter nicht wenn er die volksdeutschen Menschen Luxemburgs »heim ins Reich» führen wollte.


Der Anschluss der Menschen

Anfangs glaubte Simon noch die Luxemburger durch einen massiven Eintritt in die Volksdeutsche Bewegung, die noch unter der Militärverwaltung von einigen wenigen übereifrigen Kollaborateuren gegründet worden war, erfassen und zu einer plebiszitären Zustimmung zum »Heim ins Reich« bringen zu können. Die Mitgliederzahlen schnellten aber erst in die Höhe, als durch eine perfid ausgeklügelte Formulierung die Beamten so unter Druck gesetzt wurden, dass sie befürchteten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Doch der SD entlarvte diesen »Erfolg« schonungslos: »90% aller eingeschriebenen Mitglieder gehören [der VdB] nur aus Gründen der Furcht oder des Nutznießertums an und können nicht als zuverlässig angesehen werden. …Man kann heute sagen, daß die Bewegung heute eine fast ebenso große Gefahr für eine normale Entwicklung in Luxemburg ist, als die deutschfeindlichen Kräfte.«22 Wenn auch die hohen Mitgliederzahlen propagandistisch immer wieder herausgestellt wurden, immerhin erreichte man im Sommer 1942 eine Höchstzahl von 83 000 Mitgliedern, so war doch auf diese Mitglieder kaum Verlass. Deshalb ging man einen Schritt weiter und nahm ab Sommer 1941 die vermeintlich neue Elite in die NSDAP auf.23 »Bewährung« hieß das Zauberwort, das den neuen Parteigenossen die Tür zum »Dritten Reich« öffnen sollte. Die große Masse der Luxemburger aber stand abwartend abseits oder aktiv im Widerstand gegen die Besatzer und ihre Handlanger. Das geforderte massive »freiwillige Bekenntnis« wurde nie abgelegt. Dies zeigte sich insbesondere immer dann, wenn Gauleiter Simon die Luxemburger zur »freiwilligen Meldung« aufrief. Die Jugendlichen waren in besonderem Maße der Werbung zugunsten eines Eintrittes in die Hitler-Jugend ausgesetzt. Auch hier wurde zuerst an die Freiwilligen appelliert. Doch als der Erfolg ausblieb, setzten ebenfalls Zwangsmaßnahmen ein. Die Mitgliedschaft in der HJ war schon bald die Voraussetzung für den Verbleib auf der höheren Schule, für die Zulassung zum Abitur oder für den Erhalt einer Lehrstelle.

Dem Aufruf zur »freiwilligen Ableistung des Arbeitsdienstes« folgten im Februar 1941 nur etwa 250 Freiwillige und schon im Mai des gleichen Jahres führte Simon die Arbeitsdienstpflicht ein.24 Doch nun begann die Flucht der betroffenen Jugendlichen ins Ausland, um sich dem deutschen Zugriff zu entziehen. Wer das Land nicht verlassen wollte oder konnte, bemühte sich um eine Untauglichkeitsbescheinigung oder zumindest um eine zeitweilige Rückstellung. Zahlreiche junge Mädchen heirateten, um damit dem Arbeitsdienst zu entgehen. Manch einer verdankte seine Rückstellung nur der Bestechlichkeit der zuständigen deutschen Beamten.

Vielfach erwiesen sich die Luxemburger Beamten in den Verwaltungen, aber auch die Selbständigen (Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker) als richtungweisende Vertreter eines passiven Widerstandes. Da ihnen meist kein Vergehen gegen eine deutsche Verordnung nachgewiesen werden konnte, schuf Simon durch eine weitere Verordnung die Möglichkeit, Beamte, Rechtsanwälte, Eisenbahner, Ärzte und Lehrer vom Dienst zu entheben, sie ins Reich zu verbringen und dort in untergeordneten Positionen zum Arbeitseinsatz zu zwingen, falls sie »nach dem von ihnen gezeigten Verhalten nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos in und außer dem Dienst die Pflichten, die durch die Errichtung einer deutschen Verwaltung und mit Rücksicht auf die deutschbewusste Haltung der Bevölkerung in Luxemburg begründet sind, vorbildlich erfüllen«25. Eine recht geschlossene Front gegen die Besatzer bildete der luxemburgische Klerus. Wegen ihrer »frankophilen Einstellung« wurden 18 Geistliche im Frühjahr und Sommer 1941 ins unbesetzte Frankreich ausgewiesen. Die Ausweisung des Bischofs von Luxemburg scheiterte am Einspruch von Otto Abetz.

Bei der Personenstandsaufnahme am 10. Oktober 1941 wollte Simon durch einen Zusatzfragebogen die rassische Zusammensetzung der Bevölkerung klären lassen. Deshalb waren dort drei Fragen nach der Muttersprache, der Staatsangehörigkeit und der Volkstumszugehörigkeit als besonders wichtig herausgestellt worden und in den Verlautbarungen der Presse war auch die Antwort darauf schon vorgegeben. Jeder Luxemburger sollte dreimal »deutsch« antworten. Die Luxemburger funktionierten diese »Verwaltungsmaßnahme« zum politischen Referendum um und beantworteten die drei Fragen mit dreimal »lëtzeburgesch«.26 93–98% der Befragten hatten die Gelegenheit genutzt, um ihren Willen zur Unabhängigkeit Luxemburgs klar zum Ausdruck zu bringen. Dabei wurde auf den Flugblättern des Widerstandes insbesondere Wert darauf gelegt, dass das Luxemburgische eine eigenständige Sprache und die Luxemburger ein eigenes Volk seien.27 Schließlich verbot Simon am Vorabend des Stichtages das Ausfüllen und Einsammeln der Fragebogen, nachdem Stichproben das politische Debakel angedeutet hatten. Nach außen hin wurde diese Niederlage kaschiert und durch die Anlegung einer Volkstumskartei sollten doch noch klare Volkstumsverhältnisse geschaffen werden.28 Hatte Simons pädagogisches Konzept also versagt, so gab er dennoch nicht auf, in die gleiche Richtung zu wirken. Andrerseits verschärfte er aber durch ein wahre Flut von Verordnungen die Strafen gegen jeglichen Widerstand.

Ab Anfang 1942 ließ der Gauleiter dann eine große Werbekampagne zum freiwilligen Eintritt in die Wehrmacht anlaufen. Wenn sich hier ein scheinbarer zahlenmäßiger Erfolg abzeichnete (1 500–2 000 Meldungen)29, so entsprach dies natürlich keineswegs dem ständig steigenden Bedarf der deutschen Wehrmacht. Schließlich musste Simon sich den Wünschen aus Berlin beugen und die Wehrpflicht in Luxemburg einführen.30 Gleichzeitig wurde den »bewährten« Luxemburgern die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen. Die Zwangsrekrutierten erlangten die deutsche Staatsangehörigkeit beim Eintritt in die deutsche Wehrmacht. Die Wehrpflicht war also nicht die Folge der Staatsangehörigkeit, sondern deren Voraussetzung, eine klare Vergewaltigung des Völkerrechtes, das die zwangsweise Eingliederung in eine fremde Wehrmacht verbietet.31 Diese von der Bevölkerung seit längerem befürchtete Maßnahme provozierte an den darauffolgenden Tagen eine Reihe von Streiks in zahlreichen Ortschaften.32 Geschäftsleute schlossen ihre Läden, Lehrer und Beamte weigerten sich ihren Dienst anzutreten, in der Schwerindustrie verließen die Arbeiter ihren Arbeitsplatz, Bauern lieferten keine Milch ab. Die Aktionen zogen sich bis zum 2. August hin. Doch schon nach einigen Stunden der Ratlosigkeit am 31. August schlug Gauleiter Simon, auf Anweisung aus dem Reichssicherheitshauptamt wie es scheint, mit blutigem Terror zurück. Er verhängte den Ausnahmezustand und setzte ein polizeiliches Standgericht ein. Dieses fällte in einem formlosen Verfahren 20 Todesurteile, die im SS-Sonderlager Hinzert33 sofort vollstreckt wurden. 125 Personen wurden der Gestapo überstellt und verschwanden in Konzentrationslagern.34

Am 9. September 1942 verkündete Simon eine »Umsiedlungsaktion für Luxemburg«35. Bis 1944 wurden daraufhin mindestens 1 410 Familien mit ca. 4200 Personen nach dem Osten, dem Sudetengebiet und Oberschlesien, umgesiedelt. Sie verloren ihren gesamten Besitz und sollten im Deutschen Reich zu »guten Deutschen« erzogen werden. Eine Rückkehr nach Luxemburg war grundsätzlich ausgeschlossen. Ab 1943 kamen zu den aus politischen Gründen umgesiedelten Familien nun in erster Linie die Familien, deren Söhne dem Gestellungsbefehl keine Folge leisteten oder die nicht mehr zu ihrem Truppenteil zurückgekehrt waren. Von den Umgesiedelten kamen in den Lagern 73 Personen um, darunter 9 Kinder, die besonders unter der schlechten Ernährung und der mangelnden medizinischen Versorgung zu leiden hatten.

Am 18. Oktober 1942 wurden die ersten 2200 jungen Luxemburger zur deutschen Wehrmacht zwangsrekrutiert. Ihre meist negativen Erfahrungen mit ihren »preußischen« Ausbildern verstärkte ihre ablehnende Grundhaltung. Als dann klar wurde, dass, von Ausnahmen abgesehen, die Luxemburger, wie übrigens auch die Elsässer und Lothringer, an der Ostfront zum Einsatz kommen würden, steigerte dies den Widerstandswillen zahlreicher Betroffener. Immer wieder fehlten Einberufene schon bei der Musterung oder bei der Abfahrt der Züge. Manche nutzten den Urlaub vor dem Fronteinsatz oder nach einer Verletzung um unterzutauchen. Anfangs fanden viele bei Bekannten und Verwandten Unterschlupf in Luxemburg selbst, doch schon bald erwies sich Luxemburg als zu klein, um die schließlich 3500 Refraktäre sicher zu beherbergen. Etwa 1000 junge Luxemburger konnten mit Hilfe der Widerstandsbewegungen nach Frankreich und Belgien gebracht werden und dort untertauchen. Viele traten in den französischen oder belgischen Maquis ein und kämpften dort gegen die Deutschen. Nachdem die Kripo kaum Erfolge bei der Bekämpfung dieser Desertionen36 aufweisen konnte, nahm die Gestapo die Angelegenheit in die Hand. Es gelang ihr mit den ihr eigenen Mitteln, einige verhaftete Refraktäre zur Mitarbeit zu bewegen und verbuchte so entsprechende Erfolge. So gelang es einem Sonderkommando im März und Mai 1944 in der Auvergne etwa 60 untergetauchte junge Luxemburger festzunehmen. Gestapo und Gauleiter hatten natürlich auch entsprechendes Interesse, die Helfershelfer der Refraktäre zu ermitteln und vor Gericht zu bringen. Letztendlich kam es nur zu wenigen Gerichtsverfahren, die jedoch durchweg mit Todesurteilen endeten. Die festgenommenen Refraktäre und Deserteure wurden vor Kriegsgerichte gebracht und dort in aller Regel zum Tode verurteilt, dann aber begnadigt und in die Emslandlager verbracht. 91 von ihnen, die im November 1944 nach dem Zuchthaus Sonnenburg verbracht worden waren, wurden Ende Januar 1945 von einem SS-Kommando ermordet, als die Rote Armee sich der Oder näherte. Nachweislich wurden 163 junge Luxemburger von Wehrmachtsgerichten verurteilt und erschossen. 584 kämpften in Frankreich, in Belgien, Italien und Russland im Untergrund als Maquisarden und Partisanen oder meldeten sich zu den alliierten Truppen in England. 107 von ihnen sind im Kampf gefallen.

 

Widerstand gegen den Anschluss: die Luxemburger Resistenz

Schon im Herbst 1940 waren erste Anzeichen eines organisierten Widerstandes sichtbar geworden. Bis zum Sommer 1941 waren dann mehrere gut organisierte Gruppen im ganzen Land entstanden. Dabei hatte gerade die Jugend eine entscheidende Rolle gespielt. Im Schulmilieu und unter jugendlichen Arbeitern waren Patriotismus und Antifaschismus recht verbreitet, wobei das patriotische Argument für alle Widerstandsgruppen verbindend war. Durch Fusion verschiedener kleinerer Gruppen mit den katholischen Pfadfindern im Untergrund entstand im Juni 1941 aus der »Letzeburger Legio’n« (LL) die »Letzeburger Vollekslegio’n« (LVL). Im September und November 1940 waren zwei Gruppen unter der Bezeichnung »Letzeburger Patriote Liga (LPL) gegründet worden. In Oberkerschen entstand 1941 die »Letzeburger Ro’de Le’w« (LRL), in Rümelingen die »Letzeburger Freihétsbewegong« (LFB), in Differdingen die »PI-Men« (Patriotes indépendants) und die »Letzeburger Freihétskämpfer« (LFK), in Schifflingen die Gruppe »ALWERAJE«. Von den politischen Parteien, die im September 1940 aufgelöst und verboten worden waren, blieb nur die Kommunistische Partei Luxemburgs im Untergrund tätig. Nach der Razzia vom August 1942 gegen die Mitglieder der illegalen KPL entstand die »Aktiv Letzeburger Enhétsfront géint de Faschismus« (ALEF).

Am 23. März 1944 schlossen sich LPL, LRL und LVL in der »UNIO’N vun de Letzeburger Freihétsorganisatio’nen« zusammen. Vielfach war es aber auch schon vorher zur Zusammenarbeit unter den verschiedenen Gruppen gekommen, wobei Hemmungen vor einer zu engen Zusammenarbeit mit kommunistischen Widerständlern die Bildung einer nationalen Einheitsfront verhinderten.

Wenn auch Einigkeit über das Hauptziel, nämlich die Befreiung des Landes von den deutschen Besatzern und die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Luxemburgs bestand, so gab es doch auch zahlreiche Unterschiede in bezug auf Organisation, Arbeitsweise und Programm für die Nachkriegszeit.37

Im allgemeinen war die Tätigkeit der Widerstandsgruppen anfangs darauf gerichtet, das Informationsmonopol der Deutschen mit einer gezielten Gegenpropaganda zu unterlaufen. Flüsterpropaganda, Handzettel und Flugblätter, später ganze Zeitungen wurden heimlich hergestellt und verteilt. Mit Hilfe von Fluchthelfern wurden entflohene alliierte Kriegsgefangene und abgeschossene Piloten, aber auch gefährdete Luxemburger über die Grenze nach Frankreich und Belgien geschleust. Mit der Einführung der Arbeitsdienstpflicht und mehr noch der Wehrpflicht erweiterte sich der Aufgabenbereich des Widerstandes erheblich. Nun galt es, Refraktäre zu verstecken und zu versorgen, sie gegebenenfalls ins Ausland zu bringen. Entlassungen, Festnahmen und Umsiedlungen hatten zahlreiche Familien in materielle Not gestürzt. Durch Geldsammlungen und Beschaffung von Lebensmitteln suchte die Resistenz diese Not zu lindern. Schließlich wurde die Beschaffung von militärischen, politischen und wirtschaftlichen Informationen für die Alliierten zu einem immer wichtigeren Teil der Widerstandsaktivitäten38. Hie und da kam es auch zu Sabotageakten39, doch galt dieser »aktivere« Widerstand vielen Resistenzlern als zu riskant in einem kleinen Land wie Luxemburg, das keine unwegsamen Rückzugsgebiete besaß. Aus diesem Grunde gab es auch nur vereinzelten bewaffneten Widerstand. Zwar trugen einige Resistenzler Waffen, die sie aber meist nur zur Selbstverteidigung nutzten. Alle Widerstandsbewegungen suchten und fanden Kontakt zur Exilregierung und zu den Alliierten. Intensive Kontakte gab es auch zum Widerstand in Belgien und Frankreich.

 

Repression

Von Anfang an hatte der Chef der Zivilverwaltung durch die Einsetzung eines Sondergerichtes40, das ausschließlich deutsches Recht anwandte, »deutschfeindliche Kundgebung aller Art« unter erhebliche Strafen gestellt41. Darunter fielen die Herstellung von Flugblättern, die Verbreitung von »deutschfeindlichen« Nachrichten, aber auch der Verkehr mit Kriegs- und Zivilgefangenen und Streiks. Im Laufe der Zeit wurden die Kompetenzen des Sondergerichts immer weiter ausgedehnt, so dass es schließlich auch z.B. für Sabotage, Abhören von Feindsendern, Vergehen gegen Kriegswirtschaftsbestimmungen, Wehrkraftzersetzung, ja sogar Wehrpflichtentziehung zuständig war. Mehrfach tagte das Sondergericht als Volksgerichtshof. 875 Angeklagte wurden vom Sondergericht verurteilt, davon 17 zum Tode.42 Gauleiter Simon griff immer wieder in die Verfahren ein, bestimmte das Strafmaß, ja entschied, ob ein Verfahren eröffnet werden sollte oder ob nur »staatspolizeiliche Maßnahmen« zu ergreifen seien.43 Da das Sondergericht schon bald nicht mehr in der Lage war, die immer zahlreicheren Resistenzler abzuurteilen, wurde die Verbringung in Konzentrationslager schnell zur Gewohnheit. Dort kam es dann sogar zu Erschießungen, ohne dass das Sondergericht ein Urteil gefällt hätte.

Solche Erschießungen erfolgten z.B. am 25. Februar 1944 in Hinzert und am 19. Mai 1944 im Konzentrationslager Natzweiler.44 Insgesamt wurden so 33 Resistenzler ermordet.45

Bevor die Angeklagten aber vor dem Sondergericht erschienen, hatten sie meist schon Bekanntschaft mit der Gestapo gemacht. Kurz nach der Einrichtung des Einsatzkommandos im August 1940 hatte es sich in der leer stehenden »Villa Pauly«, am Petrussring 57, niedergelassen. Nebenstellen wurden in Esch, »Villa Seligman«, und in Diekirch, »Villa Conter«, eingerichtet. Dies waren in den meisten Fällen die ersten Etappen eines Festgenommenen. Die brutalen Vernehmungsmethoden46 , die in »verschärfter Form« den verstockten Gefangenen zum Reden bringen sollten, waren schnell im ganzen Land bekannt. Als die Zahl der Verhafteten anstieg und die Kapazität der Zellen überstieg, wurden die Festgenommenen direkt nach Hinzert verbracht, wo sie von besonderen Verhörkommandos zum Reden gebracht werden sollten. Manch einer hat diesen Verhörmethoden nicht standgehalten, mancher hat den Freitod gewählt, aus Angst nicht durchzuhalten. Auch wenn die Zahl der eigentlichen Gestapobeamten recht klein war, so waren sie doch im ganzen Land gefürchtet und viele Luxemburger waren überzeugt, dass die Gestapo allmächtig, allgegenwärtig und allwissend sei. Diesen Mythos hat die Gestapo selbst auch gepflegt, aber einige hatten doch erkannt, dass »die Informationsmethode [der Gestapo] im wesentlichen auf Denunziation, für den Rest auf lügenhafter Behauptung und brutaler Einschüchterung (beruhte).«47 Dennoch brachten diese Methoden unsägliches Leid über zahlreiche Familien, die sich gegen die Politik des Gauleiters stellten.

Der Weg in die deutschen Konzentrationslager, Zuchthäuser und Gefängnisse wurde für 3963 Männer und Frauen ein langer und schwerer Leidensweg. 791 von ihnen haben ihre Heimat nicht wiedergesehen.

 

Antisemitische Maßnahmen

Während der Leiter der Feldkommandantur 515, Oberst Schumacher, noch energisch gegen antisemitische Aktivitäten von jugendlichen Kollaborateuren einschritt48, veröffentlichte der Chef der Zivilverwaltung schon Anfang September 1940 mehrere Verordnungen, welche die Bestimmungen der »Nürnberger Gesetze« auch in Luxemburg in Kraft setzten49. Von den 4000 in Luxemburg lebenden Juden, darunter viele Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich (etwa 3000), wurden mehr als 1200 in die Ghettos und Vernichtungslager verschleppt. Von ihnen haben etwa 50 überlebt. Etwa 1650 hatten in der Nacht zum 10. Mai 1940 Luxemburg noch verlassen können. Am 12. September 1940 verlangte die Gestapo vom jüdischen Konsistorium, dass alle noch in Luxemburg verbliebenen Juden das Land innerhalb von zwei Wochen verlassen müssten. Das Konsistorium bot darauf an, sich um eine geregelte Auswanderung zu bemühen, wenn man ihnen genügend Zeit zugestehen würde. Bis zum 15. Oktober 1941 verließen dann noch etwa 1650 Juden Luxemburg in westlicher Richtung50. Die meisten der 750 in Luxemburg verbliebenen Juden wurden in einem ehemaligen Kloster in Fünfbrunnen zusammengezogen. Von dort wurden sie in 7 Transporten vom 16. Oktober 1941 bis zum 17. Juni 1943 nach Litzmannstadt, Theresienstadt, Izbica/Lublin und Auschwitz deportiert.51 60 Juden überlebten in Mischehen in Luxemburg. Die Zahl derjenigen, die auf Dauer oder zeitweilig in Luxemburg ein Versteck fanden ist (noch) nicht erschöpfend erforscht.52

 

Schluss

Luxemburg gehört in Europa zu den kleineren Staaten, die Opfer der nationalsozialistischen Hegemonialbestrebungen wurden. Die Vorbereitungen zur Annexion, die einem Gauleiter von Hitler anvertraut wurden, stießen von Beginn an auf Widerstand, ein Widerstand, der sich in dem Maße steigerte wie die Deutschen ihre Forderungen an die Luxemburger erhöhten. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte waren Luxemburger bereit, für ihr Land zu sterben. Die Gesamtbilanz der Toten (5700) liegt bei etwa 2 Prozent der Bevölkerung von 1940. Dies ist der zweithöchste Verlust in Westeuropa. Durch ihr widerständiges Verhalten haben die Luxemburger eine Annexion an das nationalsozialistische Deutschland klar abgelehnt. International setzten sich die Großherzogin Charlotte und die luxemburgische Exilregierung dafür ein, dass Luxemburg als alliiertes Land anerkannt wurde, und so seine Unabhängigkeit nach der Befreiung gesichert.

 

1 »Gestorben für die Heimat«. Livre d’Or des victimes luxembourgeoises de la guerre de 1940 à 1945, publié par le Ministère de l’Intérieur avec le concours des administrations communales, Esch/Alzette: Imprimerie Coopérative Luxembourgeoise 1972.

2 Paul Dostert, Luxemburg zwischen Selbstbehauptung und nationaler Selbstaufgabe. .Die deutsche Besatzungspolitik und die Volksdeutsche Bewegung 1940–1945. Luxembourg: .Editions Saint-Paul 1985, S. 47.

3 Die Bezeichnung musste in »Landesverwaltungskommission« umgeändert werden, nachdem .Ribbentrop am 16. 5. 1940 entschieden hatte, Luxemburg »als feindliches Land« zu behandeln. Wehrers Proteste dagegen blieben erfolglos.

4 Minister Nicolas Margue war die Flucht nicht gelungen, da er an der Grenze zu Belgien von deutschen Truppen überholt wurde. Er kehrte darauf nach Luxemburg zurück und demissionierte .als Minister.

5 In der Abgeordnetenkammer liefen z.B. Bestrebungen, um Großherzogin Charlotte zu veranlassen, nach Luxemburg zurückzukehren. In die gleiche Richtung wies ein Telegramm, das von allen namhaften Luxemburgern unterzeichnet werden sollte und das an Hitler adressiert war und »den einmütigen Wunsch der gesamten Bevölkerung des Großherzogtums auf Beibehaltung seines staatlichen Eigenlebens im Rahmen der neuen europäischen Ordnung« zum Ausdruck brachte. Die Gestapo verhinderte die Unterschriftensammlung.

6 Paul Dostert, Selbstbehauptung, 1985, S. 64–74

7 Ab 1941 wurde der Gau in Gau Moselland umbenannt und umfasste nun auch Luxemburg.

8 Albert Wehrer, L’histoire du Luxembourg dans une Europe divisée. 963-1945. Notre politique étrangère d’une guerre mondiale à l’autre. In: Le Conseil d’Etat du Grand-Duché de Luxembourg. Livre jubilaire (1856–1956). Luxembourg: Bourg-Bourger 1956, S. 230.

9 Werner Rings, Leben mit dem Feind. Anpassung und Widerstand in Hitlers Europa 1939–1945. München: Kindler 1979, S.233ff.

10 Der Vorwurf der Deutschfeindlichkeit umfasste alles, was in irgend einer Form gegen die annexionistischen Bestrebungen des CdZ gerichtet war.

11 Ab dem 15. 8. 1940 war für Luxemburg ein »Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des SD« eingesetzt worden. Leiter des Einsatzkommandos war der jeweilige Leiter der Staatspolizeistelle Trier. Es gelang dem CdZ nicht, entscheidend in die Arbeit des Einsatzkommandos einzugreifen.

12 Volkstümliche Bezeichnung der vergoldeten Siegesgöttin auf einem Obelisken.

13 Luxemburger Wort (LW), 31. 8. 1940: Manifest: Heim ins Reich.

14 Archives nationales Luxembourg (ANLux): Fonds: CdZ, Reichspropagandaamt: Interview mit Gauleiter Simon (vervielfältigt). Oktober 1940.

15 Verordnungsblatt für Luxemburg (VOBl.), 1940, S. 1.16 VOBl. 1941, S. 146: Verordnung über die Änderung von Vor- und Familiennamen in Luxemburg vom 31. 1. 1941.

17 VOBl. 1941, S. 106..18 VOBl. 1941, S. 240: Verordnung über das Verbot des Gebrauchs der französischen Sprache in der Öffentlichkeit vom 1. 6. 1941.

19 Rede vom 13.8.1940 gehalten bei Gelegenheit der Einsetzung des Stadtkommissars, Luxemburger Wort (LW) vom 14./15. 8. 1940.

20 Überdimensionales Plakat abgedruckt in: Paul Spang, Von der Zauberflöte zum Standgericht. Naziplakate in Luxemburg 1940-1944 Luxembourg: Editions St. Paul 1982, S. 77.

21 ANLux: Fonds: SD/ B-4/ Bl.35: SD-Bericht vom 29. 8. 1940.

22 AnLux: Fonds CdZ: SD/C16/Bl.30f.: SD-Bericht vom 10.12.1940

23 Etwa 4000 Luxemburger wurden bis 1944 in die NSDAP aufgenommen.

24 VOBl. 1941, S. 232.

25 VOBl. 1941, S. 186. Verordnung über Maßnahmen auf dem Gebiete des Beamtenrechts. Bis 1944 wurden etwa 640 Luxemburger auf diese Weise entlassen und zwangsverpflichtet.

26 Aloyse Raths, 3 X LETZEBURG. 30. anniversaire vum Referendum vum 10. Oktober 1941. In: Rappel, Revue de la L.P.P.D. (Ligue Luxembourgeoise des Prisonniers et Déportés politiques) 26(1971), S. 297–352, Sonderheft.

27 Für die Deutschen war Luxemburgisch nur ein deutscher Dialekt und die Luxemburger nur ein deutscher Stamm, der zu Deutschland gehörte.

28 VOBl. 1941, S.410: Verordnung über die Anlegung einer Volkstumskartei in Luxemburg vom 10. Oktober 1941. Vgl. Paul Dostert, Selbstbehauptung, S. 155ff.

29 Mehrere Fälle deuten darauf hin, dass viele »Freiwilligen« gar keine echten Freiwilligen waren. So sind zahlreiche Fälle bekannt, wo Kriminelle, geistig Verwirrte und leicht Asoziale sich freiwillig meldeten, um der Einweisung in ein KZ zu entgehen. Noch zu klären bleibt, mit welchen Mitteln ehemalige Reichsdeutsche, die staatsrechtlich Luxemburger oder Staatenlose waren, zu einer Freiwilligenmeldung gebracht wurden. Politische Leiter, die sich zwar gemeldet hatten, wurden aber keineswegs auch immer einberufen.

30 VOBl. 1942, S. 253: Verordnung über die Wehrpflicht in Luxemburg vom 30. August 1942.

31 Georges Gilbert Nonnenmacher, La grande honte de l’incorporation de force des Alsaciens-Lorrains, Eupenois-Malmédiens et Luxembourgeois dans l’armée allemande au cours de la deuxième guerre mondiale. Colmar 1966.

32 Gilbert Trausch, La »grève générale« du 31 août 1942 dans sa signification historique In: Ders. Un passé resté vivant. Mélanges d’histoire luxembourgeoise. Luxembourg: Editions Emile Borschette 1995, S. 255–266, Erstveröffentlichung 1982 im LW.

33 Barbara Weiter-Matysiak, Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert im Hunsrück in: Hans-Georg Meyer und Hans Berkessel (Hg.), Die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz, Bd.2 »Für die Außenwelt seid ihr tot« Mainz: Verlag H. Schmidt 2000, S.116–135.

34 André Hohengarten, Vom Halbmond zum Ziegenkopf. Die Geschichte der Luxemburger Häftlinge in Lublin. 1942–1945, Luxembourg: Editions Saint-Paul 1991.

35 Der Begriff der »Umsiedlung« wurde fälschlicherweise gebraucht. Dem NS-Jargon entsprechend handelte es sich um »Absiedlungen«.

36 Wir haben den Begriff der »Desertion« hier beibehalten, obschon der völkerrechtswidrige Charakter der Wehrpflicht für die Luxemburger keine Verpflichtung Deutschland gegenüber schuf. Desertion und Wehrpflichtentzug stellen zwei Formen des Widerstandes gegen die deutsche Besatzungspolitik dar. Die deutschen Militärgerichte haben dies allerdings nicht so gesehen und luxemburgischen Deserteuren nur äußerst selten mildernde Umstände zugestanden.

37 Paul Dostert, La Résistance luxembourgeoise pendant la seconde guerre mondiale et la reprise politique de 1944/45 in: Les Années Trente base de l’évolution économique, politique et sociale du Luxembourg d’après-guerre ? Actes du Colloque de l’ALEH (27–28 octobre 1995) Beiheft zur Hémecht 1996, Luxembourg : Editions St.Paul 1996. S. 25–50.

38 Hier sei nur exemplarisch auf die von Luxemburgern nach England gelieferten Informationen .über die Raketenversuche in Peenemünde hingewiesen, die schließlich zur Bombardierung der Versuchsanlagen im August 1943 entscheidend beitrugen. Vgl. R.V. Jones, Most Secret War, London: Hamish Hamilton 1978, S. 431. Josef Garlinsky, Hitler’s last Weapons: The Underground War against V1 and V2, London: Julian Friedman Publ.Ltd. 1978.

39 Vor 50 Jahren: Wanted: Eisenbahnsaboteure im Syrtal. In: LW, 26. 6. 1992.

40 VOBl. 1940, S. 2: Verordnung über die vorläufige Einrichtung einer deutschen Strafrechtspflege .in Luxemburg vom 20. 8. 1940.

41 »Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis oder Haft bestraft, in schweren Fällen kann auf Zuchthaus oder Todesstrafe, in leichten Fällen kann auf Geldstrafe erkannt werden.«

42 Das Sondergericht verhängte neben den Todesstrafen 1mal lebenslängliches Zuchthaus, 1034 Jahre und 1174 Monate Zuchthaus, 166 Jahre, 1875 Monate und 65 Wochen Gefängnis. 20 Verurteilte starben während der Haft, 5 bleiben vermisst, 11 starben an den Folgen der Haft.

43 Paul Dostert, Selbstbehauptung, S. 196f.

44 A.R./E.G., Viru 50 Joer: 23 Resistenzcheffen zu Hinzert erschoss. In: Rappel, 49(1994), S.3–20..Erny Gillen, 19 mai 1994. Les fusillés de Natzweiler-Struthof. In: Rappel, 49(1994), S.199–211.

45 Standgericht und Sondergericht verurteilten 38 Resistenzler zum Tode, 36 Urteile wurden vollstreckt.

46 Marcel Engel/André Hohengarten, Hinzert. Das SS-Sonderlager im Hunsrück 1939–1945. Luxembourg: Editions St. Paul 1983, S. 44f. Aussagen zu Misshandlungen. »Ich habe im Keller der Villa Pauly die Zellen gesehen. Sie waren aus Holz hergestellt. … Als ich jedoch den Keller betrat und während der Zeit, wo ich in demselben weilte, habe ich überall Blut an den Mauern und auf dem Boden gesehen.«

47 Paul Weber, Geschichte Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg, Luxemburg: V. Buck 1948, S.91.

48 Paul Dostert, Selbstbehauptung, S. 161.

49 Vgl. z.B. LW vom 7. 9. 1940: Verordnung über Maßnahmen auf dem Gebiete des Judenrechts und Verordnung über das jüdische Vermögen in Luxemburg.

50 Etwa 400 Juden fielen später den deutschen Häschern in Belgien und Frankreich wieder in die Hände und wurden von dort in die Vernichtungslager deportiert.

51 Paul Cerf, L’étoile juive au Luxembourg. Luxembourg: Editions RTL 1986, S. 179–199.

52 Serge Hoffmann, Luxemburg – Asyl und Gastfreundschaft in einem kleinen Land in: Wolfgang Benz, Juliane Wetzel (Hg.) Solidarität und Hilfe für Juden während der NS-Zeit Bd. 1, Regionalstudien I: Polen, Rumänien, Griechenland, Luxemburg, Norwegen, Schweiz, Metropol: Berlin 1996, S. 187–204. Etwa 15 bis 20 Juden sind heute namentlich bekannt.

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Gedenkstätte der Verschleppung

André Hohengarten

Gedenkstätte der Verschleppung aus Luxemburg – Bahnhof Hollerich

Gedenkstättenrundbrief 99 S. 26-29

Während des Westfeldzuges überfiel am 10. Mai 1940 die deutsche Wehrmacht auch das neutrale und unbewaffnete Großherzogtum Luxemburg, obwohl Adolf Hitler noch am 26. August 1939 dem Land eine Neutralitätszusicherung gegeben hatte. Nach einer kurzen Militärverwaltung ernannte Hitler am 2. August 1940 den Gauleiter von Koblenz-Trier, Gustav Simon, zum Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg und unterstellte ihn sich persönlich. Dessen Auftrag lautete, das Land in einem Zeitraum von zehn Jahren zu nazifizieren. Folglich führte der Gauleiter fast sämtliche im Deutschen Reich geltenden Maßnahmen auch in Luxemburg ein.

Vom 6. Oktober 1941 bis zum 13. Juli 1944 war der etwas abseits gelegene Bahnhof von Luxemburg-Hollerich Sammelpunkt für die in den Reichsarbeitsdienst und in die Wehrmacht gezwungenen Luxemburger. Ferner diente er vom 17. September 1942 bis August 1944 als Abfahrtsbahnhof für die Umsiedlung der politisch Unzuverlässigen. Danach erfolgte ihre Verschleppung mit Omnibussen. Die Letzten mussten noch am 31. August 1944, zehn Tage vor der Befreiung, das Land verlassen.

Die Deportation der Juden Luxemburgs begann am 16. Oktober 1941 und erfolgte in sieben größeren oder kleineren Transporten. Die drei ersten gingen vom nahe gelegenen Güterbahnhof Luxemburg aus. Die vier anderen wurden beim Kloster Fünfbrunnen, im Norden des Landes, eingeladen, der letzte am 17. Juni 1943.

Vor der Zwangsrekrutierung der Luxemburger zur Wehrmacht war die Reichsarbeitsdienstpflicht (RAD) bereits am 23. Mai 1941 in Luxemburg eingeführt worden. Die Luxemburger Mädchen ihrerseits mussten seit dem 10. Februar 1943 nach dem RAD auch noch in den Kriegshilfsdienst (KHD). Am 30. August 1942 verkündete Gauleiter Gustav Simon die Einführung der allgemeinen deutschen Wehrpflicht für die Luxemburger. Sofort einberufen wurden die Jahrgänge 1920 bis 1924. Später kamen noch die Jahrgänge 1925 bis 1927 hinzu.

Die Empörung der Bevölkerung (1941 betrug sie 290230 Einwohner) entlud sich sofort in öffentlichen Protesten und Streikbewegungen im ganzen Land. Der Gauleiter reagierte mit äußerster Härte. Schon am 31. August 1942 verhängte er über das ganze Land den Ausnahmezustand und setzte ein Polizeistandgericht ein. 21 Personen wurden hingerichtet. Festgenomme oder eingesperrt wurden 338 Personen, daneben wurden 334 Jugendliche in Erziehungslager überführt.

Insgesamt wurden 10211 Luxemburger einberufen, von denen etwa 3500 sich der Einziehung entzogen oder später fahnenflüchtig wurden. 3150 Eingezogene kamen um. 1551 Heimkehrer waren verwundet oder krank.

Seit Herbst 1942 wurden ganze Familien – unter ihnen viele während des Ausnahmezustandes Festgenommene – als Strafmaßnahme umgesiedelt und notdürftig in Lagern fern von Luxemburg untergebracht. Später kamen die Angehörigen der Fahnenflüchtigen als Opfer der sogenannten »Sippenhaft« dazu. Zur »Absiedlung« gehörte die Beschlagnahmung des Vermögens.

Die Lager für die Luxemburger befanden sich in Schlesien, im Sudetenland und im Hunsrück. Umgesiedelt wurden 1410 Familien mit insgesamt 4186 Personen. 154 sind während der Umsiedlung umgekommen.

Vor dem Krieg lebten ungefähr 3700 Juden in Luxemburg. Etwa 1500 konnten während des deutschen Überfalls am 10. Mai 1940 ins Ausland flüchten; 1500 weitere wurden vom Beginn der deutschen Besatzung an bis zum Oktober 1941 nach Frankreich abgeschoben, von wo viele später in die Nazi-Vernichtungslager, hauptsächlich nach Auschwitz-Birkenau, kamen.

Die dann noch in Luxemburg lebenden etwa 700 Juden wurden mit wenigen Ausnahmen in ein Sammellager im Norden des Landes (Kloster Fünfbrunnen) verbracht. Von dort aus wurden sie nach dem »Altersghetto Theresienstadt« und weiter in die Todeslager im Osten verschleppt. Insgesamt kamen etwa 1200 Juden aus Luxemburg im Rahmen der nationalsozialistischen »Endlösung der Judenfrage« ums Leben.

 

Die Gedenkstätte (Mémorial) wurde am 29. Mai 1996 eröffnet und befindet sich im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Luxemburg-Hollerich. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Großherzogs von Luxemburg und wird von einer Stiftung geleitet, die aus Vertretern der »Fédération des victimes du nazisme enrôlées de force«, der »Association des déportés politiques« und des »Comité Auschwitz Luxembourg« besteht. Vorsitzender der Stiftung ist Ehren-Hofmarschall Guy De Muyser.

Das Mémorial besteht aus einem Denkmal, einem Museum mit einer beständigen Ausstellung, einem kleinen Filmarchiv mit Projektionsraum und einer kleinen Bibliothek.

Die Geschichte des Ortes wird mittels Bildern, Dokumenten und Karten in einer Ausstellung dokumentiert, die sich in vier Abteilungen gliedert.

– Einführung in die Geschichte der Naziherrschaft in Luxemburg

– Judenverfolgung in Luxemburg.- Zwangsrekrutierung der Luxemburger Jugend (RAD, KHD und Wehrmacht)

– Zwangsumsiedlung von Luxemburgern

Eine Multimedia-Anlage liefert zusätzliche Informationen.

Im Projektionsraum der Gedenkstätte werden folgende Video-Dokumentarfilme gezeigt, die im Auftrag des Mémorials gedreht wurden

– Deserteure und Wehrdienstverweigerer

– Das Massaker von 91 Luxemburgern im Zuchthaus Sonnenburg (Slonsk)

– Das Gefangenenlager 188 von Tambow (Rußland)

– Die Umsiedlung

– Die Shoah in Luxemburg

Außer den Büchern und Zeitschriften der kleinen Bibliothek stehen verschiedene Informationsschriften zur Verfügung u.a.

– Wider das Vergessen (Luxemburg 1998)

– Umsiedlung (Luxemburg 1999)

– Die Verfolgung der Juden in Luxemburg (Luxemburg 2000)

 

Die Gedenkstätte – Nähe des Hauptbahnhofs der Stadt Luxemburg – ist erreichbar:

zu Fuß, in etwa 15 Minuten vom Hauptbahnhof, Avenue de la Gare, Rue d’Alsace und schließlich Rue de la Déportation

mit dem Auto Avenue de la Gare, Rue d’Alsace und schließlich Rue de la Déportation

per Bahn zur Haltestelle »Hollerich« an der Bahnstrecke Luxemburg-Petingen

Öffnungszeiten: Donnerstag, 14.30–17.30 Uhr, Eintritt frei

Einzel- oder Gruppenbesuche zu anderen Zeiten nur auf telefonische Verabredung

Telefon: 003 52/350014, 003 52/483232 (nur Donnerstag nachmittags)

 

Gedenkstätte der Verschleppung, Bahnhof Hollerich,

Straße der Verschleppung 3a, Postfach 2415, L-1024 Luxemburg

Mémorial de la Déportation, Gare de Hollerich,

3a, rue de la déportation, B.P. 2415, L-1024 Luxembourg.

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Zeitleiste

Chronologie
Le Grand-Duché de Luxembourg de 1939 à 1945


1939

  • 19 avril : Le Grand-Duché de Luxembourg célèbre son 100e anniversaire de l’indépendance nationale. (Traité de Londres du 19 avril 1839)
  • 23 août : Le Reich allemand et l’Union soviétique signent un pacte de non-agression. Suite à un protocole additionnel secret, la Pologne sera dépecée entre les signataires. Dorénavant, Hitler aura le dos libre à l’Est.
  • 1er septembre : La Wehrmacht envahit la Pologne. La Seconde Guerre mondiale commence.

1940

  • 10 mai : La Wehrmacht envahit le Grand-Duché de Luxembourg. Ainsi le statut international de neutralité désarmée est violé. La Grande-Duchesse Charlotte et ses ministres quittent le pays. Ils communiquent aux Alliés que le Luxembourg fut victime d’une attaque militaire et demandent leur aide contre l’agresseur allemand. C’est le début de l’exil.
  • 11 mai : Les députés luxembourgeois protestent contre l’invasion allemande. Une commission gouvernementale coiffée d’un secrétaire général du Gouvernement, Albert Wehrer, est muni de pouvoirs spéciaux afin d’assurer le contact avec  l’administration militaire allemande.
  • 22 juin : La France signe un armistice.
  • 24 juin : La Grande-Duchesse Charlotte et son Gouvernement arrivent au Portugal.
  • 29 juillet : Le Gauleiter Gustav Simon est nommé chef de l’administration civile (CdZ) du Luxembourg occupé.
  • 6 août : Le Gauleiter entre au Luxembourg avec 800 policiers et prononce son premier discours public sur la Place d’Armes. En même temps, il lance le décret (« Sprachverordnung ») qui réglemente que la langue officielle du Luxembourg sera  dorénavant l’Allemand, bannissant le Français.
  • 10 août : 4 commissaires politiques (« Kreisleiter ») sont désignés pour les quatre districts administratifs.
  • 13 août : Un Allemand est désigné bourgmestre de Luxembourg-Ville.
  • 14 août : Pour montrer leur désaccord, de nombreux Luxembourgeois portent sur leur veston un des emblèmes patriotiques distribués dans le cadre des célébrations du Centenaire. Cette manifestation spontanée est appelée le « Spéngelskrich », la guerre des emblèmes.
  • 16 août : Le « Einsatzkommando der Sicherheitspolizei (Sipo) und des Sicherheitsdienstes (SD) » s’installe dans la Villa Pauly à Luxembourg-Ville.
  • 20 août : Un tribunal spécial (« Sondergericht ») est mis en place.
  • 23 août : Tous les partis politiques luxembourgeois sont dissous et défendus.
  • 31 août : Le manifeste nazi « Heim ins Reich » est publié dans la presse mise au pas.
  • 5 septembre : La Grande-Duchesse Charlotte s’adresse pour la première fois à la population luxembourgeoise sur radio Londres. La législation antisémite allemande est introduite au Luxembourg.
  • 3 octobre : La Grande-Duchesse arrive à New York.
  • 19 au 21 octobre : Le monument « Gëlle Fra » est démantelé.
  • 22 octobre : La Chambre de députés et le Conseil d’Etat sont dissous.
  • 11 novembre : La Grande-Duchesse fait un deuxième discours sur radio Londres.
  • Début décembre : Les premiers tracts clandestins du mouvement de résistance LPL (« Lëtzebuerger Patriote Liga ») sont divulgués.
  • 4 décembre : Les soldats de la Compagnie des volontaires sont déportés à Weimar.

1941

  • 1er janvier : Le Ministre des Affaires étrangères britannique, Sir Anthony Eden, prononce un discours sur les ondes de la BBC encourageant le peuple luxembourgeois.
  • 24 janvier : Hitler ordonne que le « Gau » de Coblence-Trèves soit rebaptisé en tant que « Gau Moselland », en y intégrant le Luxembourg.
  • 12 février : Le service du travail (« Reichsarbeitsdienst », RAD) est introduit sur base du volontariat pour les Luxembourgeois.
  • 18 février : Il est interdit de mettre en vente ou de porter des bérets basques.
  • 31 mars : Dorénavant des sanctions frapperont les agents de l’Etat qui ne répondent pas aux exigences de l’occupant. (« Sie bieten nicht die Gewähr… »).
  • 11 mai : Un an après l’invasion nazie, la Grande-Duchesse prononce un discours important sur la BBC.
  • 23 mai : Le « Reichsarbeitsdienst » devient obligatoire au Luxembourg, à commencer pour les classes d’âge de 1920 à 1924.
  • 22 juin : La Wehrmacht attaque l’Union soviétique.
  • 14 août : Le Premier Ministre britannique, Sir Winston Churchill et le Président américain, Franklin D. Roosevelt annoncent la Charte de l’Atlantique.
  • 10 octobre : Le CdZ fait procéder à un recensement populaire au Luxembourg (« Personenstandsaufnahme »). Les formulaires à remplir par chaque ménage sont accompagnés d’un questionnaire additionnel, interrogeant sur la langue maternelle, l’appartenance nationale et l’appartenance ethnique. Les mouvements de résistance s’organisent et lancent le slogan « 3 X Lëtzeburg », incitant les Luxembourgeois à répondre par trois fois Luxembourgeois.
  • 11 octobre : Le Gauleiter Gustav Simon annule le recensement.
  • 14 octobre : Le port de l’étoile juive devient obligatoire pour tous les Juifs  âgés de plus de 14 ans.
  • 16 octobre : 334 Juifs sont déportés du Luxembourg vers le ghetto de Litzmannstadt (Lodz).
  • 4 au 6 novembre : La première grande rafle de la police allemande contre les partisans de la résistance a lieu au Luxembourg. 500 personnes sont arrêtées.
  • 7 décembre : Les Japonais attaquent la base américaine à Pearl Harbour.
  • 11 décembre : Hitler déclare la guerre aux Etats-Unis.

1942

  • 1er janvier : La déclaration des Nations Unies est signée à Washington par 19 pays, dont le Grand-Duché de Luxembourg.
  • 23 avril-28 juil. : 228 juifs sont déportés vers Theresienstadt (Terezin), Izbica et Auschwitz.
  • 5/19 août : La Gestapo fait une autre rafle, frappant cette fois-ci les résistants communistes.
  • 23 août : L’ordonnance sur la nationalité des Alsaciens, des Lorrains et des Luxembourgeois est publiée.
  • 30 août : Le Gauleiter Gustav Simon proclame l’introduction du service militaire obligatoire dans la «Wehrmacht » pour les jeunes Luxembourgeois nés entre 1920-1924. Avec leur entrée dans l’armée allemande, on leur octroie en même temps la nationalité allemande, au même titre que les collaborateurs.
  • 31 août : Des manifestations de grève éclatent partout dans la pays. Les premières arrestations ne tardent pas. Le CdZ décrète l’état d’exception sur tout le territoire luxembourgeois. En même temps une cour martiale, le « Standgericht », est instaurée.
  • 1er septembre : Les grèves s’étendent et les arrestations se multiplient.
  • 2 au 10 septembre : 20 condamnations à mort sont prononcées par le « Standgericht ». Les peines sont exécutées dans les forêts près du camp de concentration de Hinzert.
  • 6 septembre : Le Premier Ministre britannique, Sir Winston Churchill s’adresse au peuple luxembourgeois sur BBC pour l’encourager.
  • 9 septembre : La Grande-Duchesse Charlotte s’adresse au peuple luxembourgeois sur BBC. Le SS-Obergruppenführer Berkelmann est chargé de la déportation à l’Est du Reich (« Umsiedlung ») des familles des insurgés.
  • 10 septembre : L’état d’urgence est levé.
  • 11 septembre : Une peine de de mort est prononcée contre un manifestant par le «Sondergericht ». Il est exécuté à la prison de Köln-Klingelpütz.
  • 13 septembre : L’ordonnance sur la déportation politique (« Umsiedlung ») au Luxembourg est publiée.
  • 17 au 30 septembre : 99 familles sont déportées au camp de Leubus.
  • 1 au 15 octobre : 50 familles sont déportées au camp de Leubus.
  • 18 octobre : Les premiers enrôlés de force sont recrutés.
  • 6 novembre au 3 décembre : 102 familles sont déportées au camp de Leubus.

1943

  • 29 janvier au 3 décembre : 588 familles sont déportées aux camps de Schreckenstein, Ober-Kratzau, Nestomitz, Mittelsteine, Schlauphof, Wallisfurth, Boberstein, Wartha et Jeschütz.
  • 2 février : Les Allemands capitulent à Stalingrad.
  • 25 mars : La classe d’âge 1925 est enrôlée dans le RAD et le service militaire obligatoire.
  • 6 avril au 17 juin : 108 Juifs sont déportés vers le ghetto de Theresienstadt (Terezin).
  • 10 juillet : Une ordonnance sanctionnant les réfractaires et les déserteurs est publiée.
  • 17 octobre : Une rafle frappe les résistants.
  • 8 décembre : Le RAD et le service militaire obligatoire pour la classe d’âge de 1926 sont introduits.

1944

  • 25 février : 23 résistants sont assassinés dans les forêts près du camp de concentration de Hinzert et ensevelis dans un charnier.
  • 29 février au 31 août : 497 familles sont déportées vers les camps de Trebnitz, Boberstein, Wallisfurth, Nofelden, Metzenhausen et Hierstein.
  • 23 mars : Les mouvements de résistance LVL (« Lëtzebuerger Vollekslegioun »), LPL (« Lëtzebuerger Patriote Liga ») et LRL (« Lëtzebuerger Roude Léiw ») se rassemblent dans l’Union des mouvements de résistance luxembourgeois (« Unio’n »).
  • 9 au 11 mai : Des bombardements américains touchent les gares de Luxembourg-Ville et de Bettembourg.
  • 19 mai : 7 passeurs luxembourgeois sont assassinés dans le camp de concentration de Natzweiler-Struthof.
  • 6 juin : Les forces alliées débarquent en Normandie (« D-Day »).
  • 14 juillet : Le RAD et le service militaire obligatoire pour la classe d’âge de 1927 sont introduits.
  • 25 août : Paris est libérée.
  • 31 août-1er septembre : 10.000 collaborateurs quittent précipitamment le pays.
  • 9 septembre : Les soldats de la 3.US-Army entrent au Luxembourg près de Pétange.
  • 10 septembre : Luxembourg-Ville est libérée. Les Princes Felix et Jean rentrent au milieu des troupes américaines et sont acclamés par une foule en délire de joie.
  • 23 septembre : Le Gouvernement rentre de l’exil.
  • 16 décembre : La bataille des Ardennes commence. Les Allemands sont de retour au nord du Grand-Duché.

1945

  • 27 janvier : Les camps de concentration et d’extermination d’Auschwitz sont libérés par l’Armée Rouge.
  • 30/31 janvier : 91 réfractaires luxembourgeois sont assassinés dans la prison de Sonnenburg (Slonsk).
  • 2 février : 19 Luxembourgeois sont assassinés dans le camp de concentration de Sachsenhausen.
  • 13 février: Libération définitive et intégrale du pays
  • 13 avril au 5 mai : Les camps de concentration de Buchenwald, Bergen-Belsen, Sachsenhausen, Flossenbürg, Dachau, Ravensbrück, Neuengamme, Groß-Rosen et Mauthausen sont libérés.
  • 14 avril : La Grande-Duchesse Charlotte rentre de l’exil.
  • Début mai : Les camps de déportation politique (« Umsiedlungslager ») sont libérés.
  • 7/8 mai : Le Reich allemand capitule sans conditions. (« VE », « Victory in Europe »)
  • 5 novembre et  6 décembre : Deux convois d’enrôlés de force originaires des camps de captivité russes rentrent au Luxembourg.
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Gedenktage

Commémoration du massacre de Slonsk
31 janvier


Dans la nuit du 30 au 31 janvier 1945, un détachement SS assassina 819 prisonniers dans le camp de détention de la Wehrmacht à Slonsk (Sonnenburg) en Pologne.
Parmi les victimes se trouvèrent 91 jeunes hommes enrôlés de force d’origine luxembourgeoise.

Ainsi, le massacre de Slonsk est le crime de masse le plus important perpétré contre la communauté luxembourgeoise durant le Seconde Guerre mondiale.

Chaque année autour du 31 janvier, le Comité Directeur pour le Souvenir de l’Enrôlement forcé (CDSEF) en collaboration avec la Fédération des Victimes du Nazisme, Enrôlées de Force (FVNEF), organise une cérémonie commémorative honorant les 91 victimes auprès du Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise.

La cérémonie est suivie d’un office religieux dans la crypte de la Cathédrale Notre-Dame de Luxembourg.

Parallèlement, l’Amicale Albert Ungeheuer (AAU) organise chaque année une matinée pédagogique dans un des lycées du Grand-Duché de Luxembourg.

 

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Journée Nationale de la Résistance
25 février


Le 25 février 1944, 23 résistants furent assassinés dans le camp de concentration SS-Sonderlager/KZ Hinzert.

Chaque année autour du 25 février, le Comité Directeur pour le Souvenir de la Résistance (CDSR) en collaboration avec la Ligue Luxembourgeoise des Prisonniers et Déportés Politiques (LPPD) organise une cérémonie commémorative au pied du Monument National de la Résistance (Hinzerter Kräiz) au cimetière Notre-Dame à Luxembourg-Limpertsberg.

La cérémonie est suivie d’un office religieux célébré en la Chapelle du Glacis.

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Armistice du 8 mai
8 mai


Le 7 mai 1945, des hauts représentants britanniques, français, américains et soviétiques étaient présents au Grand Quartier général du général Eisenhower à Reims, lorsque l’amiral von Friedeburg et le général Jodl signèrent la capitulation sans conditions de l’Allemagne, aux termes de laquelle les combats devaient cesser le 9 mai 1945 à 00.01 heures.

Une cérémonie comparable eut lieu au Grand Quartier général soviétique à Berlin-Karlshorst le 9 mai. Les signataires allemands y étaient le maréchal Keitel, le général Stumpff et l’amiral von Friedeburg.

Le 8 mai 1945, les Alliés purent fêter le jour de la victoire (« VE », Victory in Europe).

Chaque année le 8 mai, l’Association des anciens combattants de la Guerre 1939-45, des forces des Nations unies et des soldats de la Paix luxembourgeois (AACSPL) organise une cérémonie commémorative au pied du Monument du Souvenir « Gëlle Fra » sur la Place de la Constitution à Luxembourg-Ville.

 

Memorial Day Ceremony
Fin mai


Le Memorial Day fut célébré pour la première fois aux Etats-Unis le 5 mai 1868.

Cette journée commémorative fut introduite pour rendre hommage à tous les soldats américains morts au combat.

De nos jours, les commémorations ont lieu à la fin du mois de mai.
Au Grand-Duché de Luxembourg, l’Ambassade des Etats-Unis invite chaque année à un moment de recueillement sur l‘American Military Cemetery à Hamm, dans lequel reposent les corps de 5076 soldats américains, tombés au cours de la Bataille des Ardennes.

Le cimetière abrite aussi la tombe du Général Patton, qui selon sa volonté fut enterré face à ses hommes.

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Commémoration de la Shoah
Début juillet


En 1940, le Grand-Duché de Luxembourg dénombrait environ 3.900 habitants de confession juive résidant au Luxembourg, dont environ 1.200 ne survécurent pas à la guerre.

677 personnes furent déportées à partir du Luxembourg vers des camps de concentration et d’extermination et seulement 53 survécurent.

Plusieurs centaines de personnes fuyèrent au-delà des frontières luxembourgeoises vers la France et la Belgique.
Chaque année au début du mois de juillet, le Comité Auschwitz organise une cérémonie commémorative au pied du Monument de la Shoah près de l’ancienne abbaye de Cinqfontaines, afin d’honorer la mémoire des victimes juives.

Pendant l’occupation nazie, l’abbaye servit de camp d’internement pour personnes âgées et infirmes juives.

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Commémoration de la Grève de 1942
31 août


Le 31 août 1942 des manifestations spontanées de refus et de résistance contre l’occupant éclatèrent un peu partout sur le territoire luxembourgeois. Ravivés par l’appel clandestin d’une partie de la Résistance à la grève générale, ces troubles furent avant tout une réaction de la population à l’introduction du service militaire obligatoire dans les armées allemandes pour les jeunes luxembourgeois, proclamé la veille.

Chaque année le 31 août une cérémonie solennelle est organisée au pied du Monument National de la Grève à Wiltz par les autorités communales de la Ville de Wiltz , en collaboration avec le Comité Directeur du Souvenir de la Résistance (CDSR) et la Ligue luxembourgeoise des Prisonniers et Déportés Politiques (LPPD). Ainsi la mémoire de la « Grève » honore nos citoyens courageux et la solidarité du peuple luxembourgeois pendant l’occupation allemande.

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ournée commémorative des Enrôlés de force
Dernier dimanche de septembre


Le 30 août 1942, le chef de l’administration civile (CDZ) au Luxembourg, le Gauleiter Gustav Simon, proclama l’introduction du service militaire obligatoire dans les armées allemandes pour les jeunes luxembourgeois des classes d’âge de 1920 à 1924.

L’enrôlement forcé de la jeunesse concerna aussi bien les garçons que les filles.

Au cours des années 1943 et 1944 les classes d’âge de 1925 à 1927 s’y rajoutèrent.

  • 13.825 jeunes Luxembourgeois et Luxembourgeoises furent enrôlés de force.
  • 2.906 ne revirent pas leur patrie.
  • Parmi les 3.510 évadés et réfractaires, environ 1.000 s’engagèrent dans les maquis belges et français, respectivement dans les armées alliées.

Chaque année lors du dernier dimanche du mois de septembre, le Comité Directeur du Souvenir de l’Enrôlement forcé (CDSEF), en collaboration avec la Fédération des Victimes du Nazisme, Enrôlées de force (FVNEF) organise une journée commémorative en l’honneur des enrôlés de force auprès du Monument de la Déportation à Luxembourg-Hollerich, dans le hall de la Gare Centrale de Luxembourg et au Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise à Luxembourg-Ville.

Un office religieux solennel est célébré dans la Cathédrale Notre-Dame de Luxembourg.

Journée de la Commémoration nationale
Mi-octobre


Le 10 octobre 1941, le chef de l’administration civile (CDZ) au Luxembourg, le Gauleiter Gustav Simon, organisa un recensement de la population, la Personenstandsaufnahme.

Il y fit rajouter un formulaire qui confronta les Luxembourgeois à trois questions décisives, à savoir leur langue maternelle, leur origine ethnique et leur appartenance nationale, cachées parmi onze questions diverses.

Elles furent sans doute formulées de façon à ce que les Luxembourgeois fussent amenés à faire une profession de foi pro-allemande.

Encouragés par  une propagande clandestine de la Résistance prônant le slogan « 3x Lëtzebuerg », la majorité des citoyens suivit l’appel et répondit à ces trois questions en Luxembourgeois. Pour la première fois la Résistance remporta une victoire face à l’occupant qui annula le recensement.
A partir de ce jour, la terreur répressive contre la population s’amplifia.

Chaque année vers la mi-octobre le Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg, appuyé par les mouvements patriotiques, organise une journée commémorative nationale.

Diverses cérémonies ont lieu au pied du Monument National de la Résistance au cimetière Notre-Dame à Luxembourg-Limpertsberg, au Monument de la Déportation à Luxembourg-Hollerich, ainsi qu’au Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise à Luxembourg-Ville.
Un office religieux solennel est célébré dans la Cathédrale Notre-Dame de Luxembourg.

La Journée de la Commémoration nationale rend hommage à la solidarité et au courage du peuple luxembourgeois durant l’occupation nazie.

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Monuments


Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise à Luxembourg-Ville

La Seconde Guerre mondiale coûta la vie à environ 1,96% de sa population totale de 290.000 habitants en 1939. Du 10 mai 1940 au 10 septembre 1944 le Luxembourg fut occupé par l’Allemagne nazie en violation flagrante de son statut de neutralité désarmée. Le 17 février 1945, les troupes allemandes se replièrent définitivement du territoire luxembourgeois. Le retour de la Grande-Duchesse Charlotte eut lieu le 14 avril 1945. Situé sur le «Kanounenhiwwel» sur le plateau du Saint-Esprit à Luxembourg-Ville, le Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise, inauguré en 1971, fut conçu comme lieu de commémoration pour toutes les victimes de la Seconde Guerre mondiale. La flamme éternelle, ainsi que le sanctuaire à l’intérieur du monument honorent plus particulièrement la mémoire des 91 enrôlés de force luxembourgeois fusillés dans la prison de Slonsk (Sonnenburg) dans la nuit du 30 au 31 janvier 1945. Une urne contenant de la terre provenant du lieu d’exécution repose à l’intérieur de la crypte.

Ce monument est au centre de la commémoration annuelle du massacre de Slonsk, de la Commémoration nationale et dans le cadre des visites d’Etat officielles.

Monument du Souvenir « Gëlle Fra » à Luxembourg-Ville

Le Monument du Souvenir, réalisé par l’artiste luxembourgeois Claus Cito, fut inauguré en 1923 sur la place de la Constitution à Luxembourg-Ville, pour honorer la mémoire des volontaires luxembourgeois combattant dans les rangs de l’armée française au cours de la Grande Guerre. La Seconde Guerre mondiale accentua son caractère symbolique. En octobre 1940, l’occupant allemand mit 3 jours avant d’arriver à le démolir. Une foule de Luxembourgeois indignés protesta devant le chantier. Dans ce contexte les premières arrestations par la Gestapo eurent lieu. Après la Seconde Guerre mondiale, la « Gëlle Fra » devint le symbole de l’indépendance et de l’identité nationales et le lieu de cérémonies commémoratives.

Aujourd’hui, c’est aussi le lieu du souvenir des soldats volontaires luxembourgeois engagés dans les missions des Nations Unies. En 1985, le monument fut inauguré dans son état d’origine.

Chaque 8 mai une cérémonie commémorative rappelle la fin de la Deuxième Guerre mondiale.

Monument National de la Résistance et de la Déportation à Luxembourg-Ville

Le 25 février 1944, 23 résistants furent assassinés dans le camp de concentration SS-Sonderlager/KZ Hinzert. Au fil de l’occupation et surtout après la Grève de 1942, Hinzert devint le lieu de supplice et de torture pour maints patriotes et résistants luxembourgeois. Le Monument National de la Résistance et de la Déportation („Hinzerter Kräiz“) fut inauguré le 10 mai 1969 au cimetière Notre-Dame à Luxembourg-Ville. Ici reposent les corps des 23 résistants rapatriés solennellement au Luxembourg en mars 1946.

Chaque année, autour du 25 février, respectivement à l’occasion de la Journée de la Commémoration nationale, le monument est le lieu d’une cérémonie solennelle du souvenir.

Monument de la Shoah à Cinqfontaines

En 1940, le Luxembourg dénombra environ 3.900 habitants de confession juive. 1.200 périrent dans la Shoah. En 1943, à Cinqfontaines, les autorités allemandes installèrent un camp de rassemblement et de transit pour personnes juives âgées et infirmes, avant de les déporter vers un des ghettos à l’Est de l’Europe. A Cinqfontaines, un monument fut érigé en 1969 en vue de commémorer les victimes juives de la Seconde Guerre mondiale. Il fut construit en pierres de granit provenant de la carrière de l’ancien camp de concentration de Natzweiler/Struthof. Chaque année début juillet, le monument est le lieu d’une commémoration honorant la mémoire des victimes de l’Holocauste.

Monument National de la Grève à Wiltz

Le 30 août 1942, le Gauleiter Gustav Simon proclama l’introduction du service militaire obligatoire pour les jeunes Luxembourgeois au sein de la Wehrmacht. Le lendemain,  encouragées par une campagne clandestine de la Résistance qui appela à la grève générale, des manifestations anti-allemandes éclatèrent spontanément un peu partout dans le pays occupé. Le 31 août 1942 la « Grève » commença dans la tannerie Ideal à Wiltz. En quelques jours, au-delà de 200 personnes se firent arrêter. 20 patriotes furent condamnés à mort par la Cour martiale (« Standgericht »), un patriote par le tribunal d’exception. Plus de 180 lycéens et lycéennes furent déportés dans des camps de rééducation nazis. Une vague de déportations politiques (« Umsiedlung ») vers l’Est du Reich frappa les familles des insurgés.

En souvenir de ces événements tragiques et héroïques, relayés à l’époque dans la presse du monde entier, le Monument National de la Grève fut érigé en 1956 à Wiltz. Chaque année au 31 août, une cérémonie commémorative est organisée au pied du monument.

 

 

Cimetières militaires


Cimetière militaire américain à Luxembourg-Hamm

Fin décembre 1944, le cimetière fut aménagé par la 609th Quartermaster Company de la 3rd US Army. Le cimetière militaire américain se trouve à Luxembourg-Hamm et compte 5.076 tombes de soldats américains tombés lors de la Bataille des Ardennes pendant l’hiver 1944/45. Le Général George S. Patton y repose également parmi ses soldats. Les tombes sont arrangées d’une façon à former un demi-cercle autour d’une chapelle commémorative. A côté de la chapelle les noms, grades et unités de 371 soldats américains portés disparus sont inscrits sur 2 pylônes rectangulaires, sur lesquels figurent encore des cartes explicatives retraçant les différentes phases de la bataille.

Aujourd’hui la commission « American Battle Monuments Commission » (ABMC), fondée en 1923, est en charge de l’entretien.

Le cimetière est accessible au public chaque jour de l’année, de 9.00h à 17.00h, à l’exception des 25 décembre et 1er janvier.

Cimetière militaire allemand à Sandweiler

Le cimetière des soldats allemands tombés sur le sol luxembourgeois est situé à Sandweiler. Ici reposent 10.914 soldats allemands, dont 4.829 dans une fosse commune. 810 ne purent pas être identifiés.

La plupart des soldats trouva la mort pendant la Bataille des Ardennes.  Les premiers morts furent enterrés par le service de sépulture américain dès la fin de l’année 1944. Ainsi 5.599 tombes purent être aménagées.

Par la suite, l’association « Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge » prit en charge l’aménagement du cimetière militaire allemand. Elle obtint le déplacement à Sandweiler de 5.286 corps, enterrés en d’autres endroits au Luxembourg. Le cimetière fut inauguré le 5 juin 1955.

Autres cimetières en rapport avec la Seconde Guerre mondiale (liste non exhaustive)

  • Cimetière militaire de Clausen: 262 soldats allemands
  • Cimetière communal de Sanem: 3 soldats français tombés le 10 mai 1940, dont 2 restent non-identifiés
  • Cimetière communal de Dudelange: 3 soldats français tombés le 10 mai 1940, dont 2 restent non-identifiés
  • Cimetière communal de Hollerich: 5 soldats français, 6 soldats britanniques et 3 pilotes canadiens
  • Cimetière de Basbellain: 3 pilotes britanniques du 218ième escadron, abattus le 11 mai 1942 avec leur bombardier „Fairey Battle“
  • Cimetière communal de Diekirch: un pilote britannique, qui s’est écrasé le 10 mai 1940 près de Wallendorf (RFA) et décédé à Diekirch
  • Cimetière de Hupperdange: 2 pilotes britanniques, qui se sont écrasés le 27 mai 1944 avec leur bombardier „Mosquito“
  • Cimetière communal de Lamadelaine: 2 soldats français, tombés le 10 mai 1940, 3 pilotes britanniques et des soldats allemands
  • Maulusmühle/Boxhorn: 2 pilotes britanniques, un pilote néo-zélandais et 3 membres des services secrets belges, qui se sont écrasés le 21 mars 1945 avec leur „Lockeed Hudson“ sur un versant de colline près de la Maulusmühle
  • Cimetière communal de Mertert: 2 pilotes britanniques, qui se sont écrasés le 2 septembre 1944 avec leur „Mosquito“
  • Cimetière communal de Rambrouch: 3 pilotes britanniques du 102ième escadron, qui se sont écrasés dans la nuit du 8 au 9 septembre 1942 avec leur bombardier „Halifax“

 

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Les Luxembourgeois dans les camps et dans la déportation

Un bref aperçu


Dès les premiers mois de 1941 la Gestapo  fit déporter des Luxembourgeois dans des camps de concentration afin de briser leur esprit d’opposition. A partir de la fin de la même année les déportations dans les camps de concentration devinrent une mesure utilisée contre les résistants.

Bilan : 3458 hommes et 505 femmes furent arrêtés et passèrent par des prisons et camps de concentration allemands. 694 hommes et 97 femmes sont morts dans les prisons et camps de concentration.

Libération des camps de concentration

  • 27 janvier 1945: Libération des camps de Auschwitz
  • 11 avril 1945:  Libération du camp de Buchenwald
  • 13 avril 1945:  Libération du camp de Flossenbürg
  • 15 avril 1945:  Libération du camp de Bergen-Belsen
  • 15 avril 1945:  Libération du camp de Neuengamme
  • 29 avril 1945:  Libération du camp de Dachau
  • 3 mai 1945: Libération du camp de Kiel-Hassee
  • 5 mai 1945: Libération des camps de Mauthausen

Les prisonniers des camps de Groß-Rosen, Flossenbürg, Lublin-Birkenhof, Majdanek,  Ravensbrück, Sachsenhausen, Stutthof, Woippy, Hinzert et Natzweiler furent évacués à l’approche des troupes alliées et étaient transférés vers d’autres camps de concentration. De nombreux prisonniers sont morts ou furent assassinés lors des « marches de la mort » pendant les semaines précédant leur libération par des troupes alliées.

Déportation (« Emsidlung »)

Le 9 septembre 1942, le Gauleiter annonça par voie de presse une vaste opération de déportation de tous les Luxembourgeois jugés politiquement indésirables dans un Luxembourg germanisé. Le 17 septembre 1942, le premier convoi quitta la gare de Hollerich pour une destination inconnue. A partir de 1943, face aux désertions de plus en plus nombreuses, le Gauleiter décida de faire déporter également les familles des déserteurs.

Libération des camps de déportation

  • 5 mai 1945: Libération du camp d’Asten
  • 8 mai 1945: Libération du camp de Wartha
  • 9 mai 1945: Libération du camp de Wallisfurth
  • 9 mai 1945: Libération du camp de Boberstein

Toutes ces personnes se retrouvaient finalement dans des camps en Silésie et dans les Sudètes. Certains camps étaient devenus des camps pour travailleurs forcés et les déportés y étaient assignés à des tâches souvent très dures et dégradantes.

De nombreux déportés réussirent cependant à trouver un travail dans une localité du Reich et à sortir ainsi des camps, sans toutefois pouvoir s’établir sur la rive gauche du Rhin.

Les déportés ne purent rentrer qu’après la capitulation de l’Allemagne.

Les camps de Bad Schwarzbach, Berthelsdorf, Bischwitz, Flinsberg, Hirschberg, Hirstein, Jeschütz, Juppendorf,  Leubus, Marklissa, Metzenhausen, Mittelsteine, Nestomitz, Nofelden, Oberkratzau, Schlauphof, Schreckenstein et Trebnitz avaient été fermés au cours des années 1943 et 1944 et les déportés envoyés dans d’autres camps.

Bilan

1137 familles furent déportées, hommes femmes et enfants. En tout quelque 4200 personnes étaient chassées de leur patrie sans espoir de retour. 73 personnes sont mortes en déportation, dont 22 enfants.

 

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Ardennen-Offensive

Les deux libérations du Grand-Duché de Luxembourg
Une chronologie succinte


Le 10 septembre 1944 des unités de la 1ère armée américaine libéraient le Grand-Duché de Luxembourg, mettant fin à quatre années et demie d’occupation nazie.

9 septembre 1944: Des éléments de reconnaissance et d’avant garde de la 5e division blindée américaine franchissaient la frontière luxembourgeoise à Pétange. C’est ici, que le premier soldat américain, le lieutenant Hayman Josephson tomba sur le sol luxembourgeois. Près de Bertrange des escarmouches avec des unités allemandes en retraite forcèrent les Américains à attendre le lendemain pour entrer dans la ville de Luxembourg.

10 septembre 1944: Dès l’aube, des unités de la 5e division blindée américaine, commandée par le général Lunsford E. Oliver se mirent en route et, sans rencontrer de riposte allemande, entraient dans la capitale sous les cris de joie de la population. Le Prince Félix qui avait rejoint les troupes américaines, entra avec elles dans la ville et fut acclamé avec le général Oliver au balcon du Cercle municipal.

Dans les premières heures de l’après-midi le Prince Jean, en service comme lieutenant en 1er avec les «Irish Guards», arriva également à Luxembourg pour partager ensemble avec son père et la nation la joie de la liberté rétrouvée.

11 septembre 1944: Tandis que l’avance des troupes américaines vers les parties nord et est du Luxembourg se développait, les unités de la 5e division blindée U.S., renforcée aux flancs par des éléments de la 28e division d’infanterie, libéraient localité après localité.  Ce jour-là, le premier soldat américain/allié, le sergent Warner W. Holzinger  en tant que membre d’une patrouille d’éclaireurs, mit le pied sur le territoire allemand après avoir franchi l’Our près de Stolzembourg.

13 septembre 1944: Le territoire du Luxembourg, à l’exception des localités situées le long de la frontière allemande, était libéré et sous contrôle américain. Le bureau des affaires civiles sous les ordres du Colonel Frank Frazer assurait le retour à la vie normale par étapes dans l’immédiat après libération.

14 septembre 1944: Les troupes américaines lancèrent une attaque sur Wallendorf (Allemagne) et pénétra le « Westwall ». Cette tête de pont dût cependant être abandonnée deux semaines plus tard.

23 septembre 1944: Venant de Londres, le Gouvernement luxembourgeois retourna à Luxembourg.

Fin septembre – mi-novembre 1944: Le Luxembourg devenait une zone de repos et de récréation appréciée par les soldats américains. Au Luxembourg se reposaient les soldats des unités américaines retirées du front après les combats dans la région d’Aix-la-Chapelle.

Fin novembre 1944: Les unités décimées de la 28e division d’infanterie américaine arrivaient à Luxembourg après une bataille meurtrière de trois semaines dans la forêt de Huertgen/Allemagne. Ensemble avec d’autres éléments, ils constituaient une partie de la ligne défensive dans les Ardennes et sur la Basse-Sûre.

16 décembre 1944: A 05:30 heures les Allemands lancèrent une attaque surprise dans les Ardennes et réussirent à percer la mince ligne de défense dans leur course vers Bastogne et en direction de la Meuse.  Utilisant pleinement les avantages du terrain, les unités des 28e et 4e divisions d’infanterie, ainsi que de la 9e division blindée résistaient farouchement et réussirent à ralentir l’avance ennemie.

20 décembre 1944: La contre-attaque américaine fut lancée grâce à la troisième armée, sous les ordres du général George S. Patton, qui remonta du sud et perça le flanc gauche de l’avancée allemande.

30 décembre 1944: La capitale eut à supporter les bombardements par le V-3, une nouvelle arme ennemie à longue portée, tirant à partir de la région de Trèves. La ville de Luxembourg comptait alors plusieurs quartiers généraux américains. Ce pilonnage ne causa que des dégâts insignifiants.

Janvier 1945: Sous des conditions atmosphériques rigoureuses, la troisième armée du général Patton libéra une seconde fois localité après localité dans les Ardennes luxembourgeoises.  Vianden fut la dernière localité luxembourgeoise à être reprise par des unités américaines.

7 février 1945: Les Américains lancèrent une attaque contre le “Westwall” après la traversée de la Sûre et commencèrent ainsi l’invasion de l’Allemagne et la campagne de Rhénanie.

13 février 1945: La libération définitive et intégrale du territoire luxembourgeois est déclarée

14 avril 1945: La Grande-Duchesse Charlotte rentra d’exil.

8 mai 1945: La capitulation inconditionnelle de l’Allemagne mit fin à la guerre en Europe.

 

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La bataille des Ardennes
Une chronologie succinte


Du 9 au 13 septembre 1944, le Grand-Duché de Luxembourg fut libéré par des unités de la 5e division blindée et de la 28e division d’infanterie. Ces deux divisions faisaient partie du  5e corps d’armée de la 1ère armée américaine commandée par le général Courtney Hodges. Au sud-est, des éléments du 3e  groupe blindé de reconnaissance libérèrent la région de Bettembourg-Mondorf. Cette unité faisait partie du  20e corps d’armée de la 3e armée américaine, commandée par le général George Smith Patton jr.

Au moment où les troupes allemandes battues se retiraient derrière le « Westwall » et que l’armée américaine avait le territoire luxembourgeois sous son contrôle, tout portait à croire que la fin de la guerre était proche.

Les « Civil Affairs » américaines, à partir du 23 septembre ensemble avec le gouvernement luxembourgeois revenu d’exil, s’efforçaient de rendre une vie normale possible dans les villes et villages luxembourgeois.

Côté allemand, vers la fin de septembre 1944, Hitler donna l’ordre de préparer des plans pour une contre-attaque massive à l’ouest en misant sur les éléments de surprise, de vitesse et de mauvais temps (afin d’éliminer la supériorité aérienne alliée). Hitler se décida finalement pour ce plan, qui subit encore des changements pendant les semaines suivantes. Il chargea le groupe d’armées B (maréchal Walther Model), composé de trois armées, de se préparer à l’attaque. Le plan, élaboré au grand secret, prévoyait que les forces allemandes attaquant vers l’ouest devaient passer par les Ardennes au Luxembourg et en Belgique, traverser la Meuse, puis pousser en direction d’Anvers, afin de reprendre ce port devenu une plaque tournante pour le ravitaillement allié depuis la fin du mois de novembre 1944. Poursuivant ainsi un but stratégique, Hitler voulut également exploiter les différents existant entre Américains et Britanniques. En effet, il estimait que la destruction d’un certain nombre de divisions américaines et britanniques dans les Ardennes amènerait un cessez-le-feu temporaire à l’ouest. Ceci lui aurait alors permis de transférer des troupes allemandes sur le front de l’est.

Tous les efforts de mobilisation furent entrepris en Allemagne pour équiper les trois forces d’attaque principales en hommes et en matériel. La 6e armée blindée SS supportait le poids principal d’attaque dans le nord. Au centre, en renfort de la 6e armée, était placée la 5e armée blindée et au sud la 7e armée, avec une mission de garde-flanc défensive, pour protéger les deux armées des contre-attaques américaines.

Côté allié, les Ardennes étaient considérées comme un secteur calme ; en conséquence la ligne du front, tenue par le 8e corps, n’était que faiblement étoffée de troupes. Le commandement allié n’interpréta pas à leur véritable valeur les informations sur de fortes concentrations de troupes allemandes dans la région de Bitbourg qu’il avait obtenues par des habitants du village de Bivels pris comme otages par les Allemands et échappés de leur captivité.

Lorsqu’au petit matin du 16 décembre 1944 l’artillerie allemande ouvrit l’attaque avec un feu nourri et meurtrier, sur le secteur du 8e corps, entre Echternach au sud jusqu’à Montjoie (Monschau) dans le nord (quelque 135 km), la ligne de défense américaine sur la Sûre et l’Our ainsi que sur les crêtes autour de St. Vith et d’Elsenborn, fut complètement surprise.

Le 8e corps se composait alors des 4e et 28e divisions d’infanterie au Luxembourg, renforcées par le groupement de combat (CCA) de la 9e division blindée, de même que de la 106e division d’infanterie nouvellement arrivée en Europe et qui n’avait pas encore vu le feu, dans le secteur de St. Vith.

La progression des Allemands au nord était plutôt lente, abstraction faite du 1er groupe de combat SS « Peiper » qui pénétra profondément les lignes américaines. La 5e armée réussit une percée facile à travers les lignes de la 106e division d’infanterie américaine, mais rencontra une résistance plus touffue dans le secteur de la 28e division d’infanterie, au sud de la ligne Weiswampach-Hosingen. Les localités comme Clervaux, Marnach, Holzthum, Consthum, Weiler, Wahlhausen, devenaient des  noeuds de la résistance farouche des Américains.

Dans le secteur de la 7e armée allemande (Bettendorf-Hoesdorf-Wallendorf), la progression était lente, le terrain étant favorable aux défenseurs américains. Des localités-clé comme Wiltz, Diekirch, Ettelbruck, Beaufort et Echternach ne furent conquises que des jours après la date prévue.

Le 18 décembre, la 6e armée blindée SS traversa l’Amblève et von Manteuffel s’approcha de Bastogne. En réaction immédiate, le général Eisenhower donna l’ordre d’arrêter toute avance alliée vers le Rhin ; il enjoignit au général Patton de contre-attaquer du sud en passant par le Luxembourg.

Le 22 décembre, l’avance allemande s’essouffla au nord. La 6e armée blindée SS dut céder des unités afin de renforcer l’attaque contre Bastogne, carrefour d’importance stratégique primordiale pour l’avance allemande. Bastogne, défendue par la 101e division aéroportée, le groupement de combat (CCB) de la 10e division blindée et d’autres unités, refusa de se rendre. On retiendra le fameux « Nuts ! » du général Mac Auliffe.

La neige rendit les opérations militaires très pénibles pour les deux côtés.

Le 24 décembre, le haut commandement allemand se rendit à l’évidence : l’offensive avait échoué. Le surlendemain, des unités de la 4e division blindée américaine réussirent à percer l’encerclement de Bastogne. Toutes les tentatives allemandes de prendre la ville échouèrent. Lors des batailles qui se développèrent dans la suite à des températures en-dessous de zéro degrés, les Allemands passèrent à la défensive et durent même battre en retraite. La poussée de la 3e armée américaine vers le nord eut pour conséquence la reprise de la ville d’Ettelbruck, le jour de Noël 1944, par la 80e division d’infanterie. Diekirch et le secteur de la Sûre restèrent aux mains des Allemands.

Le 9 janvier 1945, la 3e armée du général Patton attaqua au sud-est de Bastogne, afin de détruire les unités allemandes dans ce secteur. Dans le cadre de ces combats, la bataille autour du carrefour du « Schumanns Eck », près de Wiltz, s’avérera avoir été l’une des batailles les plus intenses, sanglantes et coûteuses du front occidental.

Du 30 décembre 1944 au 22 février 1945 une nouvelle arme-V (Vergeltungswaffe), le V3, avait tiré quelque 180 fois sur la ville de Luxembourg. Les dégâts furent peu importants.

Le 18 janvier 1945, le général Patton lança une contre-attaque afin de liquider le saillant (d’où «  the bulge »). La 5e division d’infanterie traversa la Sûre et libéra Diekirch dans des conditions météorologiques extrêmes. Lors de la poussée de la 3e armée vers le nord du Luxembourg, Wiltz fut libéré le 21 janvier et Clervaux le 25 janvier 1945 par la 26e division d’infanterie.

A la fin du mois de janvier, les Allemands avaient été repoussés sur leurs positions de départ du 15 décembre 1944.

Le 7 février 1945, après la libération d’Echternach, les alliés entreprirent l’invasion principale de l’Allemagne et la campagne en Rhénanie, alors qu’à l’est l’offensive de l’Armée Rouge avait commencé des semaines plus tôt.

Vianden était la dernière localité luxembourgeoise à retrouver sa liberté, le 12 février 1945.

Bilan humain

Malgré des différences dans les statistiques, les pertes subies pendant la « Bataille des Ardennes » pour la période 15 décembre 1944 – début février 1945 peuvent être considérées comme étant les suivantes :

forces américaines

  • 18.500  tués
  • 46.200 blessés
  • 10.900 prisonniers de guerre et portés disparus

forces britanniques

  • 200 tués
  • 240 blessés
  • 970 prisonniers de guerre et portés disparus

forces allemandes

  • 29.800 tués
  • 34.450 blessés
  • 22.500 prisonniers de guerre et portés disparus

victimes civiles au Luxembourg et en Belgique

3.800 tués et blessés

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La fin de la guerre en Europe: janvier-mai 1945
Une chronologie succinte


Fin janvier 1945, le gros des troupes allemandes battues et décimées s’étaient retirées des Ardennes belges et luxembourgeoises pour trouver rapidement une position défensive derrière le « Westwall ». Le nord et une partie de l’est du Luxembourg étaient en ruines quand l’invasion de l’Allemagne à partir du front occidental était préparée par un regroupement des unités américaines et alliées.

A partir du 12-14 janvier 1945, l’Armée Rouge avait lancé son offensive d’hiver sur le front oriental.

Du 4 au 11 février 1945, les « trois Grands » chefs de guerre alliés, Winston S. Churchill, Franklin D. Roosevelt et Joseph Staline se rencontrèrent à la conférence de Yalta en Crimée afin de peaufiner leurs plans en vue de la défaite de l’Allemagne et pour discuter des arrangements d’après-guerre en Europe.

Le 7 février 1945, des divisions blindées et d’infanterie américaines traversèrent l’Our et la Sûre pour attaquer les fortifications du « Westwall ». C’était le début de la « campagne rhénane ». Bitbourg était prise le 26 février, Trèves le 2 mars 1945.

Les 13 et 14 février 1945, une des attaques les plus meurtrières du bombardement stratégique des Alliés était déclenchée contre la ville de Dresde. Plus de 1200 bombardiers attaquèrent de nuit et de jour la ville.

Le 23 février 1945, le 21e groupe d’armées anglo-canadien sous le commandement du maréchal Bernard Law Montgomery commença à repousser les Allemands vers le Rhin.

Le 7 mars 1945, des unités de reconnaissance de la 9e division blindée américaine prirent intact le dernier pont sur le Rhin près de Remagen. Deux tentatives allemandes de le faire sauter n’avaient pas abouti. Le « miracle de Remagen » accéléra considérablement l’effondrement de la défense allemande. Le 24 mars 1945, des unités britanniques traversèrent le Rhin près de Wesel et se déployèrent vers le nord et l’est.

A la mi-avril 1945 les Britanniques, les Canadiens et les Américains occupaient de vastes territoires de l’Allemagne. Au moment où des unités canadiennes libéraient les Pays-Bas et que les Britanniques se dirigeaient sur Hambourg, les 1ère et 9e armées américaines se hâtèrent pour encercler le groupe d’armées B dans la Ruhr.

Les volontaires luxembourgeois, intégrés dans la « Brigade Piron » belge, qui avaient d’abord combattu en France, participèrent aux opérations militaires aux Pays-Bas.

La 3e armée du général Patton continua son avance en Allemagne centrale en direction de la frontière tchécoslovaque. Au même moment, la 1ère armée française et la 7e armée américaine traversèrent le Rhin et se dirigèrent vers l’Allemagne du sud et l’Autriche.

Pendant leur constante avance, les troupes soviétiques et alliées libérèrent les camps de concentration et furent choquées par les horreurs qu’elles y découvrirent.

Le 11 avril des éléments de la 9e armée américaine atteignirent l’Elbe. A la fin du mois, ils y rencontrèrent les soldats de l’Armée Rouge à Torgau.

Le 12 avril 1945, le président Franklin Delanoe Roosevelt s’éteignit. Harry S. Truman lui succéda.

Le 13 avril 1945, Vienne était complètement aux mains de l’Armée Rouge.

Le 14 avril 1945, la Grande-Duchesse Charlotte rentra à Luxembourg. Son exil avait duré près de cinq ans.

Deux jours plus tard, le 16 avril, les Soviétiques commencèrent à bombarder Berlin en guise de préparation de leur assaut final pour prendre la capitale allemande défendue par le « Volkssturm » et des éléments hétéroclites d’autres unités.

Au moment où la 3e armée de Patton traversa la frontière germano-tchécoslovaque le 18 avril, les forces allemandes encerclées dans la poche de la Ruhr capitulèrent. Le maréchal Model se suicida et 325.000 hommes entrèrent en captivité.

Le 25 avril 1945, les représentants de cinquante Etats se réunirent à San Francisco pour la création de l’organisation des Nations-Unies.

Le 29 avril, le groupe d’armées C allemand capitula en Italie.

Le 30 avril 1945, Adolf Hitler se suicida dans son « bunker ». Ce même jour les soldats soviétiques s’emparèrent du « Reichstag ». Des unités françaises pénétrèrent en Autriche et les Britanniques atteignirent Brême et Hambourg.

Le 1er mai 1945, l’amiral Karl Doenitz accepta de succéder à Hitler comme président de ce qui restait du « Reich ». A Berlin, Josef Goebbels et son épouse se suicidèrent après avoir empoisonné leurs six enfants.

Le 4 mai 1945, Doenitz envoya des parlementaires au quartier général du maréchal Montgomery à la « Lüneburger Heide » où une capitulation partielle fut négociée. Les troupes allemandes aux Pays-Bas, au Danemark et en Allemagne du nord  allaient cesser le combat le 5 mai. Des unités de la 3e armée américaine libérèrent Pilsen en Tchécoslovaquie. Le général Patton reçut alors l’ordre d’arrêter son avance afin de permettre aux Soviétiques d’occuper le reste du pays.

Le 7 mai 1945, de hauts représentants britanniques, français, américains et soviétiques étaient présents au Grand Quartier général du général Eisenhower à Reims lorsque l’amiral von Friedeburg et le général Jodl signèrent la capitulation sans conditions de l’Allemagne, aux termes de laquelle les combats devaient cesser le 9 mai 1945 à 00.01 heures. Une cérémonie comparable eut lieu au Grand Quartier général soviétique à Berlin-Karlshorst le 9 mai. Les signataires allemands y étaient le maréchal Keitel, le général Stumpff et l’amiral von Friedeburg.

Le 8 mai 1945 les alliés purent fêter le jour de la victoire en Europe (VE).

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Das „Jüdische Altersheim“ in Fünfbrunnen

Geschichte http://www.gedenken-in-benelux.de/content/index.php?navID=95&aID=116

Das abgelegene Kloster Fünfbrunnen wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und als „Jüdisches Altersheim“ zum zentralen Sammellager bei der Deportation der luxemburger Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager bestimmt.

1941 abgerissene Synagoge in
Luxemburg-Stadt (© MNR)

Vor dem Einmarsch deutscher Truppen lebten nach Schätzungen 4.200 Juden im politisch neutralen Luxemburg. Etwa 3.200 von ihnen waren Flüchtlinge aus dem Deutschen Reich, Österreich, Polen und anderen zentraleuropäischen Staaten. 1.650 jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden zusammen mit insgesamt 50.000 Luxemburgern im Mai 1940 beim deutschen Überfall auf Luxemburg nach Belgien und Frankreich evakuiert.

 

Bis zum Oktober 1941 schoben die Nationalsozialisten rund 1.000 Juden gewaltsam in das unbesetzte Frankreich und nach Belgien ab. Etwa 250 Juden konnten emigrieren, 30 konnten mit Hilfe von Luxemburgern fliehen oder sich in Luxemburg verstecken. 60 weitere überlebten in Luxemburg, weil die aufgrund ihrer Ehe mit einem nicht-jüdischen Partner von der Deportation zurückgestellt waren. Etwa insgesamt 1.200 Juden, die vor dem deutschen Einmarsch in Luxemburg lebten, wurden deportiert:

  • 500 aus Luxemburg stammende Juden wurden aus Frankreich und Belgien deportiert – nur 16 überlebten
  • 696 jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden direkt aus Luxemburg in Ghettos sowie Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt – nur 56 überlebten

Nach zahlreichen antijüdischen Maßnahmen und Gesetzen hatten die Nationalsozialisten die noch in Luxemburg lebenden Juden bis zum Juli 1941 nahezu vollständig aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt.

 

In Fünfbrunnen (franz.: Cinqfontaines, lux.: Pafemillen) existierte der einzige Internierungsort für Juden in Luxemburg. Ab 1941 war im Kloster das „Jüdische Altersheim“ untergebracht, hinter dessen Bezeichnung sich in Wahrheit ein Sammellager für die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager verbarg.

Postkartenansicht des Klosters 1910 (© AP)

Im Jahr 1903 war im Norden des Landes bei Ulflingen(franz.: Troisvierges) in einem kleinen, von Wäldern umgebenen Flusstal ein Kloster der Herz-Jesu-Priester gegründet worden. Beim Einmarsch der deutschen Truppen lebten nur noch wenige Glaubensbrüder dort. Am 4. März 1941 wurde das Kloster von der Gestapo aufgelöst.

 

Anfang August 1941 wurde im Kloster ein „Jüdisches Altersheim“ eingerichtet, in dem insgesamt etwa 300 Menschen ihre Deportation abwarten mussten. Ihre Einweisung erfolgte auf schriftliche Anordnung der Geheimen Staatspolizei – der Transport nach Fünfbrunnen mit Omnibussen oder mit der Eisenbahn. Die höchste Belegung erreichte das „Altenheim“ Ende 1941, als rund 150 Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht wurden. Ursprünglich war das Kloster für eine maximale Unterbringung von 50 Personen vorgesehen.

 

„Juden in Luxemburg
1940-45“ von Marc Schoentgen
(Quelle: Forum – für Politik,
Gesellschaft u. Kultur in
Luxemburg, Heft 179,
Luxemburg 1997)

Am 16. Oktober 1941 begannen die Deportationen: teils vom Hauptbahnhof in Luxemburg-Stadt, teils direkt vom Kloster. Zwar gab es in Fünfbrunnen keine Bahnstation, doch nur wenige Meter unterhalb des Klosters führte eine Bahnstrecke entlang. Für den Abtransport der Menschen hielten die Züge auf offener Strecke an einem heute noch vorhandenen kleinen Bahnübergang.


Deportationen aus Luxemburg

Datum           Ziel                        Deportierte
16.10.1941    Litzmannstadt                    334
23.04.1942    Izbica                                   27
12.07.1942    Auschwitz                            24
26.07.1942    Theresienstadt                    27
28.07.1942    Theresienstadt                  159
06.04.1943    Theresienstadt                    97
17.06.1943    Theresienstadt/                   11
Auschwitz

(nach: Schoentgen, Marc: Das „Jüdische Altersheim“ in Fünfbrunnen, S. 59)

 

 

 

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Massaker in Sonnenburg

Erinnerung an die 91 ermordeten
Refraktäre in Sonnenburg

In einer ergreifenden akademischen Festsitzung hat die Amicale Albert Ungeheuer, unter Mitwirkung des Lycée de garçons Esch, an die Ermordung von 819 Resistenzlern im Gefängnis von Sonnenburg (Slonsk) erinnert, unter ihnen 91 luxemburgische Refraktäre.

Dieses Massaker wurde in der Nacht vom 30./31. Januar 1945 durch 20 SS-Schufte angerichtet, 48 Stunden vor dem Eintreffen von Soldaten der Roten Armee.

180 Schüler, Minister Mars Di Bartolomeo, die Botschafter von Belgien, Polen und Russland, der Consul de France, andere Persönlichkeiten sowie Vertreter von Resistenzorganisationen wohnten dieser Veranstaltung bei.

Schüler des Lycée de garçons waren die Akteure des erschütternden Programms. Die Namen der 91 ermordeten Luxemburger, passender Gesang und Gedichte wurden von ihnen vorgetragen, nach der Interpretation des »Chant des Marais« durch Nico Decker.

In den Ansprachen des Präsidenten der Amicale, des Schuldirektors und des Mini-sters Mars Di Bartolomeo wurde an die Verbrechen des Nazi-Regimes erinnert. Die Erinnerung sei eine Pflicht, und es sei besonders wichtig, die Jugend davon in Kenntnis zu setzen. Obwohl ein Vergleich mit den Gräueltaten der Nazis nicht angebracht sei, gebe es heute noch in der Welt bedauernswerte kriminelle Akte, die bekämpft werden müssten.

Nach dem Singen der »Heemecht« legten der Mini-ster, der Schuldirektor und der Präsident der Amicale Blumen am »Monument aux Morts« des L.G.E. nieder.

Aimé Knepper

 

 

Aimé Knepper, Präsident der „Amicale Albert Ungeheuer“, erinnerte daran, dass von 10.200 zur Wehrmacht Einberufenen 3.512 dem Stellungsbefehl nicht folgten oder etwas später desertierten. Hunderte von ihnen wurden später verhaftet und ermordet. Mehr als 1.000 konnten sich durch den Einsatz von Albert Ungeheuer in Sicherheit bringen. Die Gedenkfeier sollte vor allem die anwesenden Jugendlichen zum Nachdenken bewegen. LAML-Direktor Gaston Ternes warf die Frage auf, wie die Schüler sich heute verhalten würden, wenn ein tyrannisches Regime sie verfolgen würde. Die Erinnerung an die schweren Zeiten unter dem Nazi-Regime dürfe niemals verblassen, meinten die Redner, auf dass sich Solches niemals wiederhole. Der „Amicale Albert Ungeheuer“ brachten sie in diesem Sinne Dank und Anerkennung entgegen.

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